1001 Nacht: Reisetipps für Marrakesch

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Salaam Aleykum! Marrakesch: Schon der Name klingt nach geheimnisvollen 1001 Nächten im Orient. Ich habe fünf davon in der trubeligen Stadt verbracht und ein paar Tipps mitgebracht. Kommt ihr mit?

Shoppen.

„Bonjour Madame, have a look in my shop, looking is for free!“ – wer durch die Souks schlendern möchte, um sich von dem wilden Angebot überwältigen zu lassen, braucht starke Nerven – vor allem als Frau. Ein Ring am Finger und eine Sonnenbrille (Tipps aus dem Lonely Planet) helfen mäßig, am besten stellt man die Ohren einfach auf Durchzug. Die ständige Aufmerksamkeit der Männer (die ja auch ganz nett sein kann) sollte euch aber nicht davon abhalten, euch dennoch ins Getümmel zu werfen: In den geschlängelten Gassen der Souks findet man Schätze wie stabile Ledertaschen, bunt und robust gewebte Teppiche und Kissenhüllen, orientalische Lampen, frische Kräutertees und natürlich Produkte mit dem allgegenwärtigen Arganöl.

Ein Fest für die Augen und nicht ganz so erfreulich für den Geldbeutel – es sei denn, man kann hartnäckig handeln. Und haneln sollte man definitiv, das gehört hier dazu! Wer sich geschickt anstellt, bekommt beim Teppichkauf sogar frischen Minztee serviert und wertvolle Tipps für den weiteren Aufenthalt in der Stadt oder der Umgebung.
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Kultur.

Ganz Marrakesch bzw. die alte, von einer großen Stadtmauer umgebene Medina ist eine einzige Sehenswürdigkeit, in der man sich mindestens einmal herrlich verlaufen sollte (für ein paar Dirhams bringt euch sicherlich jemand wieder an den Rand des Labyrinths!). Mittlerweile sogar Weltkulturerbe, zieht der Djemaa El Fna im Zentrum der Altstadt so ziemlich alle an: Schlangenbeschwörer, Musiker, Henna-Malerinnen, Tänzerinnen und Köche. Letztere bauen bei Einbruch der Dunkelheit ihre dampfenden Stände auf der Mitte des Platzes aus und bringen noch mehr Leben in die Bude. Eine ausgezeichnete marrokanische Gemüsesuppe gibt es hier schon für 3 Dh, auch Muscheln und diverse Fleisch- und Gemüsespieße kann man schnabulieren.

Wer nach etwas Ruhe sucht, ist im Museum Dar Si Said (Derb El Bahia, südlich vom Djemaa El Fna, Eintritt 10Dh/ca. 1€) richtig: In diesem ehemaligen, noch immer sehr imposanten Stadthaus wird Kunsthandwerk der Berber aus verschiedenen Jahrhunderten ausgestellt, z.B. filigrane Stickarbeiten, alte Töpferarbeiten sowie ein uralter Steinbrunnen aus der Koranschule Medersa Ben Youssef. Im grünen Innenhof des Museums lässt es sich ausgezeichnet an einem kleinen Marmorspringbrunnen unter einer Holzpergola entspannen und durchatmen.

Hunderte Arten von Kakteen und Sukkulenten bewohnen den Jardin Majorelle, der sich im Nordwesten der Stadt und in der „Ville Nouvelle“ befindet. Wer dem Garten unter der Woche einen Besuch abstattet, hat die Pflanzen fast für sich allein, während es am Wochenende meist sehr überfüllt ist. Angelegt wurde diese Mini-Oase 1923 von Jacques Majorelle, der ein paar Jahre zuvor in das damals noch französisch besetzte Marokko kam.

Im Mittelpunkt stehen kleine Gebäude in einem intensiven Kobaltblau, die mit dem Grün der Kakteen wunderbar harmonieren. 1980 kaufte Modedesigner Yves Saint Laurent mit seinem Partner Pierre Bergé das Grundstück und ließ sich dort für seine farbenfrohen Kollektionen inspirieren – auch seine Asche wurde nach seinem Tod im Garten verstreut. In einem der blauen Häuschen befindet sich ein kleines Museum, das verschiedene Schmuckstücke, Trachten und Keramiken der Berber ausstellt.

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Essen.

Das Angebot an marokkanischen Köstlichkeiten ist mindestens so groß wie die Auswahl an Schuhen im Souk – und die Qualitätsunterschiede sind es mindestens ebenso. Wer auf eine traditionelle „Tajine“ (z.B. mit Hühnchenbrust und Gemüse gegart in einem traditionellen Lehmgefäß) mit Blick über die Medina spekuliert, zahlt für den Platz auf der Dachterrasse oftmals ganz schön drauf, obwohl das Essen nur mittelmäßig ist. Einen Kompromiss bietet das Souk Kafé, welches eine romantisch-charmante, in rot gehaltene Dachterrasse besitzt und hervorragendes Essen im Angebot hat. Der Blick geht hier zwar nur bis zur nächsten Hauswand, doch lassen sich hier prima Verschnaufpausen einlegen.

Den Trubel der Souks, genauer gesagt das Treiben auf dem Gewürz- und Kräutermarkt (auf dem auch lauter lebende Schildkröten und Chamäleons angeboten werden!) könnt ihr entspannt zwischen bestickten Kissen lümmelnd im Café des Éspices beobachten. Hier gibt es Snacks wie kleine Salate oder Sandwiches und einen perfekten Café au lait, wie man ihn sonst nur schwer in dieser Stadt findet!

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Schlafen.

Es gibt wohl keine bessere Möglichkeit in Marrakesch zu übernachten, als in einem der zahlreichen Riads. Nur eine unscheinbare Tür mit kleinem Namensschild kennzeichnet das Haus von außen, doch wer das dahinter liegende Haus betritt, lässt die ganze Hektik der Stadt mit einem Schlag draußen: Riads sind kleine Paläste mit quadratischem Innenhof und nur wenigen Zimmern auf zwei Etagen. Die meisten von ihnen haben eine Dachterrasse, auf der man sich einen Sonnenbrand auf der Nase holen kann sowie ein kleines Tauchbecken im Erdgeschoß, in dem sich die vom Laufen gestressten Füße kühlen lassen.

Es gibt zahlreiche Riads in der Stadt, die von einfacher (aber stilvoller) Behausung bis hin zu privaten Hamams allerlei Annehmlichkeiten anbieten und dementsprechend im Preis variieren. Getestet und für gut befunden haben wir das Dar Tuscia im Nordwesten der Medina (Doppelzimmer für 30€ die Nacht inkl. Frühstück), deren Besitzerin uns bei der Ankunft am späten Abend sogar an der Stadtmauer abgeholt und durch die Gassen gelotst hat. Ebenfalls empfehlenswert ist das Riad al Andaluz (Doppelzimmer für 40€ die Nacht inkl. Frühstück) gleich um die Ecke, in dessen Zimmern man vom Bett aus in den sonnendurchfluteteten Innenhof schauen kann, in dem zur Wunschzeit das üppige Frühstück serviert wird.

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