Alle Jungen alle Mädchen

Berlin

Berlin-Logbuch XVIII: „Eine Frau mittleren Alters, roter Blazer und schwarzer, knielanger Rock, Perlenkette – Spitzen BH aber zu sehen und barfuss – auf den ersten Blick normal, bei näherem Hinsehen jedoch total am Ende“

Erste (etwas arrogante) Bilanz nach einem Monat Aufenthalt in Berlin: drei Nummern gesammelt, davon nur eine beim Tanzen – alle drei Herren bewegen sich in Künstlerkreisen, der eine studiert an der Filmhochschule und dreht Kurzfilme (ich habe es in vier Wochen schon zweimal geschafft, mich mit ihm zu treffen!!); der zweite hat freie Kunst studiert und verbringt seine Zeit jetzt hauptsächlich damit, Wolken oder Backsteine zu malen, hat aber demnächst sogar eine Ausstellung; der dritte ist Musiker und verzieht sich demnächst in ein Tonstudio in Bonn, versucht nebenbei den Menschen ein Abo der Berliner Zeitung anzudrehen, auch wenn er zugibt, das die Prämien (eine langweilige Uhr, eine Plastikstrandmatte, eine hässliche orange Tasche oder eine Telefonkarte) nicht gerade zum Kauf anregen.

Ich finde es übrigens interessant, das der Trend immer mehr dazu geht, das die Jungs den Mädels ihre Nummern geben, und nicht umgekehrt, damit die Frauen entscheiden können, ob sie an einem weiteren Treffen interessiert sind – hätte ich beim dem Zeitungstypen mal mehr darauf beharrt… Der steht nämlich fast täglich an der Warschauer Straße und ich muss Parcours laufen, um ihm nicht zu begegnen.

„Alle Jungen alle Mädchen – zieht eure T-Shirts aus – yeaaaah yeaaah (im Radio gehört)

Playlist:
Hund am Strand: „Jungen Mädchen


Dies ist ein Text aus meinem „Berlin-Logbuch 2005“.
Alle Texte findet ihr hier!