Alle Artikel von Fräulein Julia

Wochenrueckblick KW23

Wochenrueckblick KW23: Nach drei Wochen ohne Zucker gönnte ich mir eine Kugel Schokoladeneis – und wohl nie schmeckte sie so gut! Dazu spontane Schreib-Aufträge, Yoga-Unterricht und Seminarplanung, Kaffee trinken in der Sonne und eine ungeplante Wanderung an der Havel entlang!

..gesehen.. Wannsee, Havel, Müggelturm und den Wald drumherum.
..gehört.. Bhagavn Das. Die Stille im Wald.
..gelesen.. Christian Saehrendt Schneewittchen und der kopflose Kurator (zur Vorbereitung auf die documenta).
..getan.. Einen Yogaraum für den Juli gemietet. Ein Kunsttherapie-Seminar entworfen. Spontan-Interviews geführt.
..gegessen.. Gebackene Süßkartoffel. Sushi. Hirse mit Spinat und Mandeln.
..getrunken.. Kaffee en masse.
..gefreut.. In Kürze fliege ich nach Lissabon und Porto!
..geärgert.. nein.
..gelacht.. „Nur ein bisschen spazieren gehen“ wird bei mir zu 9km Wanderung über den Havelhöhenweg!
..gedacht.. Nach drei Wochen ohne Zucker gönne ich mir eine Kugel Schokoladeneis im „Glücklich am Park“. Es hat wohl nie besser geschmeckt!
..geplant.. Etliches! Kann so weitergehen.
..gesammelt.. zwei kleine, hübsch gemusterte Federn aus dem Wald.
..geklickt.. Wow! Das Buch „Warum ich lese. 40 Liebeserklärungen an die Literatur„, in dem auch ich mit einem Text vertreten bin, geht bereits in die zweite Auflage! Sandro von novelero (der das Projekt initiiert hat) verlost aus diesem Anlass ein Exemplar! ..//.. Jochen von lustauflesen ist begeistert von Rudolph Herzogs Truggestalten – ein Buch, welches auch mir vor kurzem einen Gruselschauer den Rücken runtergejagt hat

Weit. Ein Weg um die Welt

weit

Foto: Gwendolin Weisser & Patrick Allgaier

Einmal um die Welt reisen – wer von euch hatte diesen Gedanken bzw. diesen Wunsch schon einmal? Gwendolin und Patrick haben ihn tatsächlich in die Tat umgesetzt: Im Frühjahr 2013 brachen sie zu zweit von Freiburg Richtung Osten auf und kamen 3 1/2 Jahre später – zu dritt – aus dem Westen wieder in ihrer Heimatstadt an. Verarbeitet haben sie ihre Erlebnisse in dem Film „Weit. Ein Weg um die Welt“. Mein Filmtipp!

„Uns zieht es hinaus.
Mit Rucksack, Zelt und nur dem, was wir wirklich brauchen.
Und das alles über Land.
Nie den Kontakt zur Erde verlieren.
Immer Strecke spüren.
Über die Meere mit dem Schiff,
denn jeden Meter wollen wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen,
mit Zeit reisen.

“

Als Gwen und Patrick sich vor 4 Jahren mit Zelt, Schlafsack und den nötigsten Dingen, die man zum Überleben braucht, auf den Weg machen, wissen sie noch nicht, was sie erwartet. Sie wollen lernen „was Verzicht heißt und was Genuss bedeutet“, wollen die Menschen kennenlernen, die sich hinter exotischen Ländernamen wie Georgien, Kasachstan, Iran, Pakistan und der Mongolei verbergen. Und: Sie wollen dafür kein Flugzeug betreten, sondern immer zu Land reisen – im besten Falle per Anhalter und mit direktem Kontakt zu den Einheimischen.

weit

Fotos: Gwendolin Weisser & Patrick Allgaier

Das läuft – so zeigt es zumindest der Film – in den meisten Fällen wie am Schnürchen. Von gelegentlichem stundenlangen Warten am Straßenrand in irgendeiner Steppe, schrottreifen und völlig überladenen Transportmitteln und unüberwindbaren Sprachbarrieren mal abgesehen, scheint es den Beiden die meiste Zeit gut gegangen zu sein.

Sie haben  zwar einen ungefähren Plan vor Augen – einmal auf der Weltkugel soweit Richtung Osten fahren, bis sie aus dem Westen wiederkommen -, sind aber durchaus flexibel. Das müssen sie auch, denn Grenzbeamte und Visabehörden sind nicht immer so lustig gestimmt, wie man es gerne hätte!

Als Gwen irgendwo in Russland feststellt, dass sie schwanger ist, braucht es einen neuen Plan: Wie soll die Reise weitergehen, wenn sie nicht mehr für zwei, sondern für drei Personen sorgen müssen? Mit einem Frachtschiff setzen das Reisepaar nach Mexiko über, wo sie fortan mit einem grünen Bulli namens Carlos unterwegs sind…

Dass der Film ihrer Reise so erfolgreich sein würde, damit hatten Gwen und Patrick wohl selbst nicht gerechnet – doch nachdem die Vorführung in Berlin (und anderen Städten) ratzfatz ausverkauft war, läuft die Doku nun regelmäßig in ausgewählten Kinos. Zu Recht, denn wir reden hier nicht von wackeligen Handykamera-Knipsereien, sondern professionellen, mit ganz viel Leidenschaft zusammengestellten Aufnahmen! Ein Film, der mit dem besonderen Blick eine ebenso besondere Reise festhält – und den travel bug in mir ganz nervös macht…

Der Film „Weit. Ein Weg um die Welt“ läuft z.B. in Berlin im Neuen Off und im City Kino Wedding, für andere Städte findet ihr die Kinos in dieser Übersicht.

Kategorie Allgemein

Wochenrueckblick KW22

wochenrueckblick

wochenrueckblick kw22
Wochenrueckblick KW22: verhältnismäßig eintönig! Von Montag bis Sonntag bin ich jeden Morgen in den Wedding gefahren, um 9 Stunden lang alles über psychische Störungen zu lernen – eine Intensivwoche zur Vorbereitung auf die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie. Ich war danach etwas entmutigt (wie soll ich DAS ALLES in meinen Kopf bekommen?!) und musste zum Ausgleich am Pfingstmontag erstmal wandern gehen…

..gesehen.. Den Tatort aus Berlin. Lauter kleine Seen rund um Straußberg.
..gehört.. Unzählige Vorträge über psychische Störungen.
..gelesen.. Niah Finnik Fuchsteufelsstill.
..getan.. Sieben Tage Intensivwoche zur Vorbereitung auf die Prüfung als Heilpraktikerin für Psychotherapie. Puuh!
..gegessen.. Süßkartoffel-Quiche. Avocado-Wraps. Mandelmus – ich bin seit zwei Wochen zuckerfrei!
..getrunken.. Kaffee, ziemlich viel.
..gefreut.. Dass die Heißhunger-Attacken nachgelassen haben.
..geärgert.. Pfingstmontag in Brandenburg, 19 Uhr: Wir werden im Restaurant abgewiesen, weil es angeblich „nichts mehr zu essen gibt“ – oder lag es doch an unserem Wanderoutfit?
..gelacht.. Für jede psychische Störung hat mindestens einer aus der Gruppe ein Beispiel aus dem Verwandten- und Freundeskreis parat. Huch.
..gedacht.. Ob ich das wirklich schaffe?
..geplant.. Meine Reise nach Lissabon und Porto.
..gekauft.. Eine Ausgabe des ICD-10.

Wochenrueckblick KW21

wochenrueckblick

Für Selbstständige haben Feiertage relativ oft keine Bedeutung – ob die Geschäfte geschlossen haben, interessiert meine Deadlines ja nicht. Die waren in dieser Woche allerdings gut gelegt, so dass ich gleich zweimal eine ausführliche Wanderung durch die Berliner Wälder machen konnte – wo ich einen Moment Ruhe vor der Großstadt fand, die in diesen Sommertagen noch mehr zu pulsieren scheint als sonst…

..gesehen.. Den Tegeler See und den Müggelsee.
..gehört.. Vogelzwitschern und Blätterrauschen, durchbrochen von wilden Vatertagshorden und schlechtem Techno.
..gelesen.. Natascha Wodin Sie kam aus Mariupol.
..getan.. Für neue Texte recherchiert. Zweimal in Berliner Wäldern wandern gewesen. Ausführlichst gekocht.
..gegessen.. Zuckerfreie Frühstücksmuffins. Gebackene Süßkartoffel mit Spinat und Feta. Dhal mit roten Linsen.
..getrunken.. Spinat-Apfel-Birnen-Smoothie. Kaffee.
..gefreut.. Die erste zuckerfreie Wochen (noch ist Obst erlaubt!) ist überstanden!
..geärgert.. Diese Heißhunger-Attacken auf Süßes – echt jetzt, Körper?!
..gelacht.. „Nimm‘ die Finger von den Keksen weg, Julia!“
..gedacht.. Zuckerfrei essen? Eigentlich ein ziemliches Luxusproblem.
..geplant.. Nach wie vor regelmäßig in die Natur fahren.
..geklickt.. „Auf Försters Wegen“: Ausflugstipps für Berlin.

Wochenrueckblick KW20

wochenrueckblick

Sonne! Der Sommer ist da, vielleicht schwächelt er teilweise noch ein bisschen, ist aber alles in allem schon zufriedenstellend. Ich zog meine Bahnen abwechselnd auf dem Badeschiff und im (leeren) Hallenbad, wanderte durch den Sand auf der Sonneninsel Usedom und genoss das Freiberufler-Dasein in vollen Zügen bzw. an der frischen Luft.

..gesehen.. die Ostsee & die Sonneninsel Usedom. Tatort.
..gehört.. Vogelzwitschern. Meeresrauschen.
..gelesen.. Niah Finnik Fuchsteufelsstill.
..getan.. Einen Morgen auf dem Badeschiff verbracht. Im Hallenbad Bahnen gezogen. Yoga unterrichtet. Auf Usedom gechillt. Frühstück mit Bekannten Kreativlingen. Langer Spaziergang im Grunewald.
..gegessen.. Dhal mit Süßkartoffel und Mangold. Chili sin Carne. Safran-Risotto. Granola mit Früchten.
..getrunken.. Kaffee. Kräutertee.
..gefreut.. Über das konstant schöne Sommerwetter.
..geärgert.. Dass das Seminar schon wieder abgesagt wurde – ohne mir Bescheid zu geben.
..gelacht.. Montagmorgen um 8 Uhr auf der Suche nach einem Kaffee in Friedrichshain – ein schwieriges Unterfangen.
..gedacht.. Läuft!
..geplant.. Eine Woche ohne Industriezucker, Kekse und anderen Süßkram. Das muss gut geplant sein!
..gekauft..

Tiptoptipps für ein Wochenende in Budapest

budapest

Szia Budapest! Seit ich in Berlin wohne, habe ich „den Osten“ für mich als Reiseziel entdeckt. Als ich klein war, existierten noch Jugoslawien und die Sowjetunion, und während ersteres noch als hübsches Urlaubsziel galt, fuhr man in letztere einfach nicht. Nun gibt es beides nicht mehr, die Grenzen sind offen und meine Entdeckungslust geweckt. Nachdem ich mit dem „Kulturzug“ nach Breslau gefahren war, suchte ich mir erneut eine Stadt mit großem B heraus – und fuhr mit dem Nachtzug für ein verlängertes Wochenende nach Budapest! Weiterlesen

Kategorie Allgemein

„Ich denke sowieso mit dem Knie“: Beuys im Kino

Beuys

Joseph Beuys – das ist doch der mit dem vielen Filz und den Fettecken, oder? Stimmt. Doch Beuys war so viel mehr! Was genau, das zeigt der Film von Andres Veiel, der ab 18. Mai in den Kinos läuft.

Es ist zwölf Uhr Mittag im Februar 2017, das Wetter in Berlin ist schmuddelig und die Sitze im Friedrichstadtpalast wie immer zu eng. Doch ich freue mich so sehr auf den Film „Beuys“, der im Rahmen der Berlinale läuft und für den ich Dank einer Freundin Tickets bekommen habe, dass mich das Schubbern meiner Knie am Sitz des Vordermanns nicht stört. „Was hat Beuys nochmal genau gemacht?“, fragt mich der Mann flüsternd. „Krieg, Absturz mit dem Flugzeug, Filz, Fett, Demokratie, Kunstakademie Düsseldorf“, gebe ich ihm als Stichworte zurück. Denn wie ließe sich dieser Künstler auch in einem Satz zusammenfassen?

Andres Veiel braucht für seinen Film streng genommen keinen einzigen Satz. In 107 Minuten Laufzeit entfaltet der Regisseur in offensichtlich kongeninaler Zusammenarbeit mit den Cutterb Stephan Krumbiegel und Olaf Voigtländer eine Collage aus Interviews, Fotografien, Rückblicken und Live-Aufnahmen der Beuys’schen Performances, nach der ich mit einem Lächeln sagen konnte: „Jetzt habe ich sein Werk verstanden!“

Das mag natürlich etwas überzogen sein. Und dennoch lüften sich allerlei Schleier der Verwirrung während dieses Films. Man erfährt, dass seine Erfahrung, im zweiten Weltkrieg abgeschossen worden zu sein und von einem Volk der Tartaren gegen die Kälte mit Fett eingerieben und in Filz eingewickelt worden zu sein, eventuell nur Fieberträumen entspringt – und sich als Leitmotiv dennoch durch alle Facetten seines Schaffens zieht. Man sieht Diskussionsrunden mit Pfeife rauchenden Männern, die sich die spärlich vorhandenen Haare raufen bei dem Versuch, die Intentionen von Beuys zu verstehen.

Wir sehen ihn in Aktion während der Besetzung der Kunstakademie Düsseldorf, aus der er letztendlich als Dozent entlassen wurde, weil er sich gegen die Aufnahmebeschränkungen wehrte und so eine Klasse mit mehreren hundert Studenten füllte. Das Politische stand oft im Mittelpunkt, da darf seine Unterstützung der noch recht jungen Partei Die Grünen nicht fehlen inklusive dem etwas peinlichen Song „Sonne statt Reagan“. Kurzum: Jeder ist ein Künstler und Herr Beuys sowieso.

Ein absoluter Kino-Tipp für alle, die bisher an dem Werk von Joseph Beuys ähnlich geknabbert haben wie ich!
Ab 18. Mai im Kino (Praktischerweise gibt es einen Kinofinder auf der Film-Webseite)

Kategorie Allgemein

Wochenrueckblick KW19

wochenrueckblick

Nach der Abschlussprüfung der Ausbildung war ich erstmal zwei Tage recht lahmgelegt: Zum Glück bin ich gerade mit einem dicken Schmöker beschäftigt, der mich durch die Lesestunden begleitet. Außerdem: Eine Reise nach Portugal planen und über den Dächern von Berlin Rotwein trinken.

..gesehen.. Embrace (Sollte jede Frau sehen!!!)
..gehört.. Zwei Kanister.
..gelesen.. Steven Uhly Königreich der Dämmerung.
..getan.. Im Castingstudio assistiert. Yoga unterrichtet. Flüge gebucht. Die Aussicht über Berlin genossen: „Schichtwechsel“ von Microsoft im 25. Stock am Potsdamer Platz.
..gegessen.. Burrito Bowl. Rührei mit Salat. Brot mit Avocado (versuche gerade, den Zuckerkonsum einzuschränken)
..getrunken.. Kaffee. Rotwein.
..gefreut.. Über die zwei schönen, sommerlich warmen Tage (bitte mehr davon!)
..geärgert.. Über unnötigen Streit.
..gelacht.. Zum Deutsch lernen spiele ich mit meinen Yoga-Schülern „Ich packe meinen Koffer“…
..geplant.. Eine Woche Lissabon und Porto. Yeah! Habt ihr Tipps für mich?
..gekauft.. Japanische Samtschuhe (fühle mich damit wieder wie 16!)