Berlin liest: Die besten Literatur-Events im April

Literatur

Wenn Autoren ihre Texte vortragen, eröffnen sich für mich nochmal ganz andere Ebenen. Im März gibt es wieder viele tolle Literatur-Events in Berlin, die ich euch rausgesucht habe!

Dienstag, 4. April, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Lorenz Jäger „Walter Benjamin. Das Leben eines Unvollendeten“
„Walter Benjamin zählt zu den einflussreichsten Denkern des 20. Jahrhunderts. Lorenz Jäger erzählt den Lebensweg dieses außergewöhnlichen Literaten und Kulturtheoretikers: seine Kindheit in der Familie eines jüdischen Kunsthändlers, die Studienjahre in Freiburg und Berlin, seine Annäherung an die kommunistischen Bewegung“ – bis zu seinem rätselhaften Selbstmord.
Eintritt 5€/3€

Mittwoch, 5. April, 20 Uhr
Pankebuch
Lea Streisand liest aus „Im Sommer wieder Fahrrad“
Ich hab so viele (Lach-)Tränen vergossen, als ich den ersten autobiographischen Roman „Im Sommer wieder Fahrrad“ von Lea Streisand las, dass ich euch die Lesung mit ganz viel Herzblut empfehlen kann! Wer kann schon mit so viel Humor über die eigene – gut überstandene – Krebserkrankung schreiben?
Eintritt 7€/ VVK 5€

Mittwoch, 5. April, 20 Uhr
Backfabrik
Clemens Meyer liest aus „Die stillen Trabanten“
“ Clemens Meyer ist ein Meister der Kurzgeschichte. Ein Lokführer, der die Nachtfahrten liebt, bis ein lachender Mann auf den Schienen steht. Ein Wachmann, der seine Runden um das Ausländerwohnheim dreht und sich in die Frau hinter dem Zaun verliebt. Ein Imbissbudenbesitzer, der am Hochhausfenster steht und auf die leuchtenden Trabanten der Nacht schaut. Souverän, rauschhaft und traumwandlerisch sicher erzählt Clemens Meyer von verlorenen Schlachten und überwältigenden Wünschen.“
Eintritt 10€/7€ mit Kiezkarte

Donnerstag, 6. April
Literarisches Colloquium Berlin
„Kirio“: Anne Weber in Lesung und Gespräch
Anne Weber hat mit “ „Kirio“ einen Roman vor, der an die uralte Tradition des Heiligenlebens anknüpft — allerdings auf hochmoderne und oftmals sehr komische Weise. Kirio ist ganz ohne Arg, er tut das Gute, ohne es zu wollen noch zu wissen. Nebenbei spielt er Flöte und stellt die Welt auf den Kopf. Wer aber ist der Unbekannte, der von ihm erzählt? Ob sich das herausfinden lassen wird?“
Eintritt 8€/5€

Montag, 10. April, 20 Uhr
Volksbühne / Grüner Salon
Buchpremiere: Svenja Gräfen – „Das Rauschen in unseren Köpfen“
„Dies ist die Geschichte einer Liebe. Svenja Gräfen erzählt von zwei Menschen an der Schwelle zum Erwachsensein, die alte Bindungen kappen und beginnen, Verantwortung für einander zu übernehmen. Dabei stoßen sie an Grenzen, ihre eigenen und die des anderen – verheddern sich, halten aneinander fest und lassen schließlich los.“ Der dritte Titel aus dem neuen Ullstein fünf-Programm gliedert sich perfekt in die Reihe ein.

Dienstag, 11. April, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
Johannes Bobrowski: Briefe 1937-1965
„Sarmatien, das Land zwischen Weichsel und Wolga – Johannes Bobrowski hat es zum literarischen Kosmos gemacht. Am Anfang fünfzehn verlorene Jahre: Arbeitsdienst, Wehrpflicht, Kriegsdienst, russische Gefangenschaft bis Ende 1949. Die Ost-West-Spannung der Epoche gibt seinen Briefen den Grundton. Der Herausgeber Jochen Meyer hat über 1.200 Briefe aus den Jahren 1937 bis 1965 zusammengestellt“ – und diese werden an diesem Abend vorgestellt.
Eintritt 5€/3€

Dienstag, 11. April, 20 Uhr
Literarisches Colloqium Berlin
Ick kieke, staune, wundre mir – Berlinerische Gedichte
mit Ahne, Thilo Bock, Ulrich Janetzki und Katja Lange-Müller
„Das Berlinerische vereint in sich die Offenherzigkeit ihrer Sprecher mit den Sprachen der nach Berlin Gezogenen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als literarische Tonlage entdeckt, war die „Berliner Schnauze“ Humorgarant, Authentizitätssignal und diente bald der entstehenden Arbeiterklasse als Kampfjargon. Nun ist die erste dokumentarische Anthologie des Metropolen-Dialekts erschienen, mit über 250 Gedichten von 1830 bis heute“ –  und ich kann mir keine besseren Vorleser vorstellen als die oben genannten, die alle mit einer herrlichen Berliner Schnauze gesegnet sind!
Eintritt 8€/5€

MIttwoch, 12. April, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Feridun Zaimoglu „Evangelio. Ein Luther-Roman“
„In seinem „Luther-Roman“ nähert sich Feridun Zaimoglu dem Bibelübersetzer und Reformator Martin Luther aus der Perspektive des Landsknechts Burkhard, einer erfundenen Figur, die ihm, während er auf der Wartburg das Neue Testament übersetzt, zum Schutz an die Seite gestellt ist. Burkhard selbst ist Katholik und sieht Luthers Wirken mit Sorge. Er will nicht abfallen, nicht mit der Sitte brechen und muss doch den, der eben dies tut, schützen und bewahren. Und er muss Luther beistehen, als ihn die sogenannte Teufelsbibel in schlimmste Teufelsvisionen stürzt.“ Mara hat den Autor auf der Buchmesse auf eine Zigarette getoffen und natürlich auch über seinen neuen Roman gesprochen.
Eintritt 5€/3€

Donnerstag, 13. April, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Natascha Wodin: Sie kam aus Mariupol“
„Natascha Wodins Mutter wurde 1943 zusammen mit ihrem Mann aus der Ukraine – aus Mariupol – ins nationalsozialistische Deutschland verschleppt. Dort wurden die „Ostarbeiter“ zur Zwangsarbeit eingesetzt. Die Autorin geht dem Schicksal ihrer Mutter nach, die als junges Mädchen den Untergang ihrer adligen Familie im stalinistischen Terror miterlebte, bevor sie verschleppt wurde.“ Kürzlich wurde Natascha Wodin mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, zu Recht – denkt auch Masuko13, die eine begeisterte Besprechung geschrieben hat.
Eintritt 5€/3€

Mittwoch, 19. April, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
Margret Greiner: Charlotte Salomon. »Es ist mein ganzes Leben«
„Anlässlich des 100. Geburtstags der Berliner Malerin Charlotte Salomon am 16. April 2017 rückt eine neue Biografie erstmals die intensiven Bilder und damit die Selbstdarstellung der Malerin in den Mittelpunkt. Margret Greiner, die Autorin dieser bei Knaus erschienenen Biographie, hat die im französischen Exil entstandenen Bilder der 22-Jährigen (eingeschlossen in der Pension Belle Aurore, waren in 18 Monaten 1325 Bilder entstanden), ihr gemaltes Tagebuch interpretiert und die historischen Tatsachen hinter den einzelnen Bildern recherchiert.“ An diesem Abend liest sie daraus vor.
Eintritt 5€/3€

Donnerstag, 20. April, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
Miljenko Jergović: Die unerhörte Geschichte meiner Familie
„Als Miljenko Jergovićs Mutter, zu der er kein einfaches Verhältnis hat, im Sterben liegt, reist er nach Sarajevo und bringt sie zum Erzählen über die Vorfahren. Dort, wo jede Straße ihn in die Vergangenheit seiner traumatisierten Heimat führt, setzt er sich in einem schmerzlichen Prozess mit ihrem Erbe auseinander: Kinder des einstigen Habsburgerreichs, waren sie als Eisenbahner Zugereiste, und jeder Krieg stellte ihre Identitäten und Loyalitäten neu auf die Probe.“
Eintritt 5€/3€

Donnerstag, 20. April, 20 Uhr
Roter Salon / Volksbühne
„Fantastische Fluchten. Der Unabhängige Rote Literatursalon“
Fantastische Fluchten – vor allem aus der Realität – kommen in den drei Büchern der teilnehmenden AutorInnen vor: Juliana Kálnay („Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“, Verlag Klaus Wagenbach), Jakob Nolte („Schreckliche Gewalten“, Matthes & Seitz), Hendrik Otremba („Über uns der Schaum“, Verbrecher Verlag) stellen an diesem Abend in kurzen Lesungen und Gesprächen ihre Neulinge vor.
Eintritt 6€

Mittwoch, 26. April, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Gerhard Henschel „Arbeiterroman“
„Im siebten Band der Martin-Schlosser-Chronik hat der Germanistikstudent Martin Schlosser noch keinen fest umrissenen Lebensplan. Er hat sein Studium abgebrochen und lebt von den spärlichen Einkünften als Hilfsarbeiter. Ausgerechnet als die Mauer fällt, seine Freundin ihn verlässt und seine Mutter schwer krank ist, scheint der Durchbruch als Schriftsteller nahe.“ Wer die Romane von Henschel kennt, wird ich freuen, Martin Schlosser endlich wiederzulesen!
Eintritt 5€/3€

Montag, 24. April, 20 Uhr
Kulturbrauerei / Maschinenhaus
Chris Kraus liest aus „Das kalte Blut“
„Zwei Brüder aus Riga machen Karriere: erst in Nazideutschland, dann als Spione der jungen Bundesrepublik. Die Jüdin Ev ist mal des einen, mal des anderen Geliebte. In der leidenschaftlichen Ménage à trois tun sich moralische Abgründe auf, die zu abenteuerlichen politischen Ver­wicklungen führen.“
Eintritt VVK 12€ / AK 14€

Donnerstag, 27. April, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
Birk Meinhardt: Brüder und Schwestern 1989-2001
„Am Morgen des 9. November 1989 fährt Erik Werchow, Bürger der DDR, mit dienstlichem Auftrag nach West-Berlin, abends soll er zurück über die Grenze. Doch in dieser Nacht braucht er keinen Pass mehr. Die Mauer ist offen. Damit verändert sich alles für die Familie Werchow, aber verändert sich auch jeder einzelne?“ Die Fortsetzung des ersten Romans (der auch „Brüder und Schwestern“ hieß), widmet sich der Familie nach der „Wende“.
Eintritt 5€/3€

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.