Berlin liest: Die besten Literatur-Events im Dezember

Literatur

Ich habe eine Weile ausgesetzt und dadurch selbst ein paar Lesungen verpasst: Für den Dezember 2019 gibt es deshalb wieder meine Liste der besten Literatur-Events in Berlin!

Sonntag, 1. Dezember, 11 Uhr
Akademie der Künste, Pariser Platz
Aus dem Briefwechsel von Hermann Borchardt und George Grosz
„Der Maler George Grosz war mit dem Schriftsteller Hermann Borchardt befreundet. Beide mussten mit Machtantritt der Nationalsozialisten ihre Heimat verlassen. Ihnen gelang die Flucht in die USA: Grosz sogleich, Borchardt erst nach Umwegen und KZ-Haft in Deutschland. Die Korrespondenz gibt Einblicke ins Exil und die politischen Debatten der Zeit.“
Eintritt 6/4€

Dienstag, 3. Dezember, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Sarah Kirsch – Christa Wolf „Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt“. Der Briefwechsel
Zwei Autorinnen von internationalem Rang, Sarah Kirsch und Christa Wolf, stehen fast 30 Jahre lang im brieflichen Austausch miteinander: über das Schreiben, den Literaturbetrieb im Osten wie im Westen, die Männer, die Kinder, die Gartenarbeit und die politischen Systeme, in denen sie leben. Letztere bringen diese Freundschaft nach vielen Jahren des vertrauensvollen Miteinanders an ein Ende.
Eintritt 5/3€

Dienstag, 3. bis Donnerstag, 5. Dezember
Di ab 18.30 Uhr, Mi/Do ab 14.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
Festival Jüdischer Literaturen
„30 Autor*innen und Künstler*innen laden zum Erkunden unterschiedlichster Literaturen ein, zum Hören, Lesen, Diskutieren und Streiten. Lyrik, Prosa, Hörspiel, Typografie, Performance – in einer spannenden Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und literarischer Gattungen werden Fragen fokussiert und aktualisiert: Wie verorten sich jüdische Autor*innen in kulturellen und politischen Debatten der Gegenwart?“
Festivalticket 15/10€, Tagesticket 7/4€

Mittwoch, 4. Dezember, 19 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung
„Naunynstraße, Ecke Savignyplatz“. Aras Ören: Berliner Trilogie
Was will Niyazi in der Naunynstraße, 1973 im Rotbuch Verlag gedruckt, war einer der ersten großen Texte über das türkische Kreuzberg. Das Poem von Aras Ören bildet den Auftakt zur Berliner Trilogie, gefolgt von Der kurze Traum aus Kagithane (1974) und Die Fremde ist auch ein Haus (1980). Erstmals erscheinen die drei erfolgreichen Bücher nun in einem Band, mit einem neuen Vorwort des Autors.“
Bitte anmelden unter info@boell.de. Eintritt frei.

Donnerstag 5. bis Sonntag, 8. Dezember, diverse Zeiten
Kino in der Kulturbrauerei
10. ZEBRA Poetry Film Festival
„Das ZEBRA Poetry Film Festival gibt es seit 2002. Es war die erste und ist die größte internationale Plattform für Kurzfilme, die auf Gedichten basieren – den Poesiefilmen. Es bietet alle zwei Jahre Dichterinnen und Dichtern, Filme- und Festivalmachern aus aller Welt eine Plattform zum kreativen Austausch, zur Ideenfindung und der Begegnung mit einem breiten Publikum.“
Eintritt 5-8€

Donnerstag, 5. Dezember, 20.30 Uhr
Buchhändlerkeller
Eugen Ruge liest aus Metropol
„Moskau, 1936. Die deutsche Kommunistin Charlotte ist der Verfolgung durch die Nationalsozialisten gerade noch entkommen. Im Spätsommer bricht sie mit ihrem Mann und der jungen Britin Jill auf zu einer mehrwöchigen Reise durch die neue Heimat Sowjetunion. Es verbindet sie mehr, als sich auf den ersten Blick erschließt: Sie sind Mitarbeiter des Nachrichtendienstes der Komintern, wo Kommunisten aller Länder beschäftigt sind. Umso schwerer wiegt, dass unter den „Volksfeinden“, denen gerade in Moskau der Prozess gemacht wird, einer ist, den Lotte besser kennt, als ihr lieb sein kann.“

Samstag, 7. Dezember, ab 12 Uhr
Buchhandlung Geistesblüten
Literaturmenschen empfehlen ihre Lieblingsbücher
Noch kein passendes Buchgeschenk parat? An diesem Adventssamstag empfehlen Autor*innen und andere Menschen aus der Buchwelt ihre Lieblinge – mit dabei sind Jackie Thomae, Linda Vogt, Karin Kalisa, Johanna Adorjan, Christoph Niemann und Matthias Brandt.
Eintritt frei

Sonntag, 8. Dezember, 11 Uhr
Akademie der Künste, Hanseatenweg
Angela Winkler: Mein blaues Zimmer. Autobiographische Skizzen
„Angela Winkler steht bis heute international vor der Kamera und auf der Bühne in ganz Europa – an Orten, wo sie auch zu Hause war und ist: Zusammen mit ihrem Mann und ihren vier Kindern hat sie einsame, fast verfallene Häuser in der Auvergne und in der Bretagne, in Italien und auf einer Elbinsel zu neuem Leben erweckt. Von der Gleichzeitigkeit vieler Leben und der Kunst erzählt Angela Winklers mit Brigitte Landes verfasstes Erinnerungsbuch, das die Schauspielerin, Mitglied der Akademie der Künste, in einer Lesung und im Gespräch mit Hermann Beil und Brigitte Landes; und – auch die Musik ist Teil ihres Lebens – mit einigen Lieblingsliedern, begleitet von Adam Benzwi am Klavier.“
Eintritt 6/4€

Montag, 9. bis Freitag, 13. Dezember
Literaturforum im Brecht-Haus
Pop-up Store: kommt // wünscht // helft
„Die Autor*innen sind mit Schreibmaschinen täglich von 13 – 19 Uhr Uhr im Literaturforum im Brecht-Haus und nehmen Textbestellungen aller Art entgegen. Kommt vorbei und bestellt einen Weihnachts- oder Liebesbrief, einen Kurzkrimi, ein Gedicht, ein Märchen, einen Aufruf oder einen Witz. Die Texte werden ad hoc geschrieben und dir entweder direkt mitgegeben oder nach Hause geschickt.“ Die Einnahmen gehen komplett an die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl.

Dienstag, 10. Dezember, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
Ein Abend für Brigitte Kronauer
Das Literaturhaus widmet die letzte Veranstaltung 2019 der im Juli verstorbenen Schriftstellerin: „Einen Abend voll glühender Parteilichkeit für Brigitte Kronauer gestalten gemeinsam die Freund*innen und Kolleg*innen Elisabeth Binder, Michael Klett, Martin Mosebach und Jan Snela, es liest Elisabeth Trissenaar, die musikalische Begleitung obliegt dem Tenor Steffen Wolf und der Pianistin Michi Komoto, die Moderation übernimmt Patrick Bahners.“
Eintritt 7/4€

Mittwoch, 11. Dezember, 19 Uhr
Akademie der Künste, Pariser Platz
Heldinnen wie wir? Schriftstellerinnen diskutieren über 30 Jahre Mauerfall
„Der sogenannte Wenderoman ist mit wenigen Ausnahmen eine klassisch männliche Domäne. Wie verändert sich der Blick auf das Geschehen um 1989 und die Jahre danach, wenn er ein weiblicher ist? Ist der Begriff der Heldin ein anderer? Autorinnen berichten von ihrer persönlichen Situation, von ihren Erwartungen, ihren Überraschungen und Enttäuschungen. Wie beurteilen sie diese aus heutiger Sicht? Kamen Frauen mit den Veränderungen besser zurecht? Mit Carmen-Francesca Banciu, Marica Bodrožić, Kerstin Hensel, Katja Lange-Müller, Annette Simon, Sieglinde Geisel.“
Eintritt 6/4€

Mittwoch, 11. Dezember, 19.30 Uhr
Haus für Poesie
Wissen der Dichtung: Nature Writing
„Die zweite Veranstaltung der Reihe Wissen der Dichtung widmet sich dem Nature Writing. Es geht um das Spannungsfeld zwischen Naturwissenschaft und Naturlyrik im Zeitalter des Anthropozäns, in dem der Mensch erstmalig zum entscheidenden geologischen Faktor in der Erdentwicklung wurde.“ Es lesen Gerhard Falkner (Berlin), Alice Oswald (Devon) | Sjón (Reykjavík).
Eintritt 6/4€

Mittwoch, 11. Dezember, 19.30 Uhr
Literarisches Colloquium Berlin
Studio LCB: Marlene Steeruwitz
„Kann man den Krisen der Gegenwart mit Romanen auf die Schliche kommen? Marlene Streeruwitz gelingt es. Die österreichische Schriftstellerin, die Anfang der 1990er Jahre mit Theaterstücken bekannt wurde, nimmt in ihrem umfangreichen Werk immer wieder weibliche Überlebensstrategien in den Blick.“ Die Autorin spricht darüber mit Eva Birkenstock und Holm-Uwe Burgemann.
Eintritt 8/5€

Donnerstag, 12. Dezember, 19.30 Uhr
Literarisches Colloqium Berlin
Günter Grass und Theodor Fontante: „Ein weites Feld“
„„Ein weites Feld“, Spruch des alten Briest in Fontanes Roman »Effi Briest«, gibt den Titel für den 1995 folgenden viel diskutierten Roman von Günter Grass. Held ist ein Doppelgänger Theodor Fontanes, Fonty genannt, 100 Jahre nach diesem 1919 in Neuruppin geboren und aus der gründlichen Kenntnis von Leben und Werk des Vorbilds geschaffen. Diesen gegen das Original zu halten, Ähnlichkeiten und Unterschiede herauszustellen und zum Original hinzuführen, ist Absicht des Abends.“ Dieter Stolz und Hans Dieter Zimmermann sprechen darüber mit Heike Gfrereis.
Eintritt 8/5€

Donnerstag, 12. Dezember, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Lea Streisand liest aus Hufeland, Ecke Bötzow
„Kindheit und Pubertät sind alleine schon spannend genug – diese Zeit in Ostberlin zu erleben, wo die eigenen Eltern ständig ironisch sind, abendlich konspirativ zusammensitzen und man nie genau weiß, was wem erzählt werden darf, macht das Ganze noch komplizierter. Zum Glück gibt‘s für Franzi den Sozialismus, den sie in der Schule kennenlernt und der ihr Halt gibt. Und den Nachbarsjungen Rico, der unerschütterlich sein Weltwissen zum Besten gibt. Doch dann kommt die Wende, und alle Gewissheiten im Leben von Franzi und ihren Freunden brechen zusammen.“
Eintritt 5/3€

Donnerstag, 12. Dezember, 20.30 Uhr
Buchhändlerkeller
Menschen neben dem Leben von Ulrich Alexander Boschwitz
„Leicht haben es die Protagonisten in Ulrich Alexander Boschwitz’ Debütroman nicht. Sie sind die wahren Verlierer der Wirtschaftskrise: Kriegsheimkehrer, Bettler, Prostituierte, Verrückte. Doch abends zieht es sie alle in den Fröhlichen Waidmann. Die einen zum Trinken, die anderen zu Musik und Tanz. Sie treibt die Sehnsucht nach ein paar sorglosen Stunden, bevor sich der graue Alltag am nächsten Morgen wieder erhebt. Doch dann tanzt die Frau des blinden Sonnenbergs mit einem Mal mit Grissmann, der sich im Waidmann eine Frau angeln will und den Jähzorn des gehörnten Ehemanns unterschätzt.“ Das Buch wird vorgestellt von Hartmut Mangold und Verleger Peter Graf.

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Foto: Toa Heftiba

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