Berlin liest: Die besten Literatur-Events im Februar

literatur

Februar in Berlin, das bedeutet vor allem eins: Berlinale! Das drumherum trotzdem laut gelesen wird, zeigt euch meine Übersicht.


 

Dienstag, 5. Februar, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Andreas Lehman liest aus Über Tage
„Joscha Farnbach, ein Jedermann unserer Zeit, wird in Andreas Lehmanns Romandebüt „Über Tage“ auf eine berufliche Mission geschickt, die ihn mit der größten Wunde seiner Vergangenheit konfrontiert. Er versucht auszuweichen, ist schließlich aber gezwungen, die Haut aus Gewöhnung und Sicherheit zu durchstoßen, die sein Leben überzieht – und das bedeutet Schmerz und Befreiung zugleich.“
Eintritt 5/3€

Dienstag, 5. Februar, 20.30 Uhr
Buchhändlerkeller
„Sie sagten sich Helles und Dunkles“
„Die Liebesbeziehung von Paul Celan und Ingeborg Bachmann begann 1948, vor 70 Jahren und vor der armseligen Kulisse der in vier Besatzungszonen aufgeteilten Stadt Wien und dauerte zunächst nur wenige Wochen. Er war 28, sie 22. Die Beziehung entwickelte sich von Anfang an dramatisch: Zu tiefe Abgründe trennten die Verliebten, zu verschiedene Lebensziele hatten beide vor sich gestellt.“ Der ukrainischen Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Petro Rychlo versucht, die Liebesgeschichte in einem Vortrag zu rekonstruieren.

Dienstag, 12. Februar, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
3 Zimmer, Küche, Bad
Das Literaturhaus Berlin schaut über den Tellerrand und hat sich den Themenschwerpunkt „Wohnen in Berlin“ ausgesucht – mit Fokus auf die Wohnverhältnisse Berliner Schriftsteller*innen. Den Anfang machen Sarah Schmidt, die aus ihrem Roman Eine Tonne für Frau Scholz liest (schon fast fünf Jahre alt und von mir natürlich rezensiert) und Katharina Greve, die ihren Comic Das Hochhaus – 102 Etagen Leben auf die Leinwand bringt und vertont.
Eintritt 7/4€

Dienstag, 12. Februar, 20.30 Uhr
Buchhändlerkeller
„Da Du so viel Liebe launisch verstießest..“ Else Lasker-Schüler als Dichterin Zeichnerin und Liebende
„Else Lasker-Schüler war eine große Liebende, doch am Ende ihres Lebens, 1945, war sie sehr allein. Ihre erste Ehe mit dem Arzt Berthold Lasker war noch eine Angelegenheit in der besseren Gesellschaft Elberfelds (heute Wuppertal), auch wenn sie um 1900 mit ihm nach Berlin zog. Dort erst, in der literarischen Boheme der Stadt, fand sie inspirierende Freundschaften, so zu Peter Hille und Franz Marc, und wurde – auch mit Hilfe ihres zweiten Ehemannes, des literarischen Anregers und Entdeckers Herwarth Walden – zur bedeutenden Expressionistin.“

Donnerstag, 14. Februar, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
„A Room of One’s own“
Weiter geht es mit der Themenwoche „Wohnen in Berlin“ im Literaturhaus, diesmal in Anlehnung an den Essay „A Room of One’s Own“, den Virginia Woolf vor 90 Jahren veröffentlichte. „Was bedeutet es, wenn man für das eigene Schreiben eben nicht über diesen »room of one’s own« verfügt, sich diesen nicht, oder nicht mehr leisten kann? Welche Räume braucht es um schreiben zu können? Was kann und muss in Berlin passieren, um ein weniger prekäres Arbeitsumfeld für Autor*innen zu schaffen?“
Eintritt 7/4€

Dienstag, 19. Februar, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Emanuel Maeß liest aus Gelenke des Lichts
„Von den sandigen Pfaden der Ferieninsel Usedom und dem Werratal in den 80er Jahren nimmt Emanuel Maeß die Leser mit über die gefallene Mauer nach Westeuropa und nähert sich über Brückenorte des Wissens dem Hier und Jetzt. Fixpunkt zwischen Zeiten und Orten bildet dabei die große Liebe: Angelika.“
Eintritt 5/3€

Dienstag, 19. Februar, 20 Uhr
ocelot, not just another bookstore
Clemens J. Setz liest aus Der Trost runder Dinge
„Das ganz und gar Unerwartete bricht in das Leben von Clemens Setz’ Figuren ein. Ihr Schöpfer erzählt davon einfühlsam, fast zärtlich. Durch Falltüren gestattet er uns Blicke auf rätselhafte Erscheinungen und in geheimnisvolle Abgründe des Alltags, man stößt auf Wiedergänger und auf Sätze, die einen mit der Zunge schnalzen lassen.“
Eintritt 7€

Mittwoch, 20. Februar, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
Literatur trifft Wissenschaft: Annette von Droste-Hülshoff
Mit Fräulein Nettes kurzer Sommer hat sich Karen Duve kürzlich mit dem Leben von Annette Droste-Hülshoff auseinandergesetzt, deren literarische Werke zu ihren Lebzeiten nicht ernst genommen wurden; in dem Roman Schlafen werden wir später von Zsuzsa Bánk kreist die Protagonistin immer wieder um das Werk der Droste und auch die Wissenschaft widmet sich immer wieder dem Werk der 1848 verstorbenen Autorin. Über Annette von Droste-Hülshoff, das Recherchieren und das Schreiben unterhalten sich die beiden Autorinnen mit dem Droste-Forscher Jochen Grywatsch und der Deutschlandfunkredakteurin Dorothea Westphal.
Eintritt 7/4€

Mittwoch, 20. Februar, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Peggy Mädler liest aus Wohin wir gehen
„In ihrem neuen Roman erzählt Peggy Mädler die Geschichte zweier Freundinnen. In den 40er Jahren müssen sie Böhmen verlassen, leben in der DDR und teilen Erfahrungen von Verlust und Entwurzelung, aber auch von wachsender Verbundenheit mit dem neugegründeten Staat. Almut und Rosa werden Lehrerinnen und ziehen nach Berlin. Dann trennen sich ihre Wege, Rosa geht in den Westen…“
Eintritt 5/3€

Freitag, 22. Februar, 19 Uhr
Literarisches Colloquium Berlin
Literaturport präsentiert: Hafenrevue
„Zur Hafenrevue kommen zu Beginn des neuen Jahres zum vierten Mal die Berliner Literaturveranstalter*innen im LCB zusammen und gestalten gemeinsam einen Abend. 21 Veranstalter präsentieren sich in jeweils 15minütigen selbstgestalteten Slots auf 3 verschieden Bühnen parallel. Es sind 21 von 85 Literaturorten, die regelmäßig ihre Termine in den Literaturportkalender einspeisen – von der gerade erst gestarteten Neuköllner Lesereihe Arbeitstitel bis zu einem der ältesten Orte der Berliner Literaturszene, dem Buchhändlerkeller.“
Eintritt 8€

Samstag, 23. Februar, 20 Uhr
ocelot, not just another bookstore
Tabea Hertzog liest aus Wenn man den Himmel umdreht, ist er ein Meer
„Eine junge Frau erhält eine Diagnose, die alles verändert: Chronische Niereninsuffizienz. Alle Zukunftspläne sind plötzlich hinfällig. Dann verschlechtern sich die Nierenwerte, sodass sie dreimal pro Woche zur Dialyse muss. Bald wird klar: Ein neues Organ muss her. Krankheit und Spendersuche werfen sie auf ihre Familie und Vergangenheit zurück.“
Eintritt frei

Dienstag, 26. Februar, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
Jaroslav Rudiš Winterbergs letzte Reise
„Jan Kraus arbeitet als Altenpfleger in Berlin und begleitet Schwerkranke in den letzten Tagen ihres Lebens. So auch Wenzel Winterberg, der als Sudetendeutscher nach dem Krieg aus der Tschechoslowakei vertrieben wurde. Kraus’ Erzählungen aus seiner Heimat wecken Winterberg auf und holen ihn ins Leben zurück – und bringen ihn auf eine verrückte Idee. Er will mit Kraus eine letzte Reise antreten, auf der Suche nach seiner verlorenen Liebe – eine Reise, die die beiden durch die Geschichte Mitteleuropas führt. Von Berlin nach Sarajevo über Reichenberg, Prag, Wien und Budapest.“
Eintritt 7/4€

Mittwoch, 27. Februar, 19.30 Uhr
Literarisches Colloqium Berlin
Jáchym Topol liest aus Ein empfindsamer Mensch
„Eine tschechische Künstlerfamilie, eine Art Living Theatre, gastiert beim Shakespeare Festival in Großbritannien und wird von Brexit-Anhängern aus dem Land gejagt (LEAVE MEANS LEAVE! NO CZECH VERMIN!). Im Campingwagen reisen sie quer durch Europa, gegen den Strom der Flüchtlinge, Richtung Osten. Sie geraten ins russisch-ukrainische Kriegsgebiet, treffen Gérard Depardieu, klauen ihm seinen BMW und machen sich auf den Heimweg nach Böhmen. Ihre Odyssee führt durchs »Labyrinth der Welt« und ins »Lusthaus des Herzens«“
Eintritt 8€

Mittwoch, 27. Februar, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Hans Joachim Schädlich liest aus Felix und Felka
„„Felix und Felka“ ist dem letzten Lebensjahrzehnt des Malers Felix Nussbaum und seiner Frau Felka gewidmet, dem Alltag im Exil, den Irrfahrten durch Europa, ständig in Sorge und Angst, in Verstecken und im Internierungslager, am Ende im KZ. Hans Joachim Schädlichs meisterlichen Fähigkeit der Verdichtung und Verknappung auf das Wesentliche gelingt es auf ganz besonders eindringliche Weise, im Schicksal der beiden wie ihrer Angehörigen all den Schrecken dieser Zeit Farbe und Kontur zu geben.“
Eintritt 5/3€

 

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