Berlin liest: Die besten Literatur-Events im Juli & August

Literatur

Für März 2020 hatte ich eine pickepacke volle Liste an Lesungen erstellt – die ich dann streichen musste. Jetzt kehrt die Literaturwelt langsam zurück.

Jederzeit & an jedem Ort
„weiter lesen“-Podcast von rbb Kultur und dem Literarischen Colloqium Berlin
Weil Lesungen in den letzten Monaten nicht stattfinden konnten, hat das Literarische Colloqium sein Programm ins Netz verleg – und mit den Autor*innen kurze Lesungen aufgenommen. Zu hören gibt es unter anderem Texte von Benjamin Quaderer, Monika Helfer, Paul Scraton, Thorsten Nagelschmidt, Marina Frenk und Uwe Timm.

ab Montag, 6. Juli, 19.30 Uhr
Online
#allabendlichqueer der Literatunten
Seit April streamen die Literatunten täglich die Lesung eines queeren Textes, nun haben sie sich für die Pride Week mit der ZLB (den Berliner Bibliotheken) zusammengetan: Im Juli lesen u.a. mit Hans Pleschinski, Christoph Poschenrieder und Angelika Overath.

Samstag, 11. Juli, ab 19.30 Uhr
Literarisches Colloqium/Online
Kleiner Verlag am Großen Wannsee
Für gewöhnlich präsentieren sich im Juli jedes Jahr die „kleinen“ Verlage im Garten des LCB – diesmal wurde ein Verlag ausgelost, der an diesem Abend per Livestream vorgestellt wird: Der Lilienfeld Verlag. Mit Podcast, Verlosung und Konzert.

Montag, 13. – Freitag, 17. Juli, jeweils 19 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Wolfgang-Herrndorf-Woche
„Als Wolfgang Herrndorf 2013 starb, hinterließ er ein komplexes und vertracktes Gesamtwerk. Mit Tschick wurde er nicht nur in den Kanon der Schullektüre aufgenommen, sondern zu einem modernen Klassiker, dessen Bekanntheit weit über den engen Bereich der Literatur hinausgeht. Daneben aber stehen der abgründige, finstere Roman Sand und das Krankheitstagebuch Arbeit und Struktur. Sieben Jahre danach lohnt es sich, all seine Veröffentlichungen, die zum Teil als Blog, zum Teil in Buchform erschienen sind, wiederzulesen und sich damit neu auseinanderzusetzen.“
Eintritt 5/3€

Donnerstag, 16. Juli – Sonntag, 23. August
Haus der Kulturen der Welt
20 Sunsets
„Der Sommer in Berlin wird dieses Jahr anders. Gemeinschaft und Zusammenkommen werden neu organisiert in der Zeit der Pandemie. Das Draußen nimmt einen neuen Stellenwert ein“, heißt es aus der „Schwangeren Auster“, wo sich das Haus der Kulturen der Welt befindet. Um nicht auf Kultur verzichten zu müssen, wurde das Programm „20 Sunsets“ entwickelt, mit allerlei Konzerten, Diskussionen, Filmen und Lesungen. Highlighs sind u.a. das Special von Kabeljau & Dorsch am 23. Juli, die performative Lesung von 1000 Serpentinen Angst von Olivia Wenzel am 30. Juli und die Listening Session des Flaneur Magazins „Fragment of a Street“ am 20. August.
Eintritt 5-10€

Donnerstag, 30. Juli, 18 Uhr
Literarisches Colloqium Berlin
Das Helvetische Fest
Feste fallen in diesem Jahr ziemlich sicher anders aus als sonst, aber das LCB möchte das Helvetische Fest trotzdem nicht missen. Mit von der Partie sind Giuliano Musio und Anna Ospelt, deren Wurzelstudien mich sehr beeindruckt haben.

Samstag, 8. August, ab 13.30 Uhr
Maschinenhaus in der Kulturbrauerei
Literaturpreis Prenzlauer Berg
„Auch in diesem Jahr wird der Literaturpreis Prenzlauer Berg verliehen! Erneut sind junge literarische Talente dazu eingeladen, ihre Texte öffentlich zu präsentieren. Zum Thema „Oben & unten“ wurden zehn junge Autor_innen in einer Vorauswahl nominiert. Vor Publikum und einer Jury tragen sie ihre Texte vor. Im Anschluss gibt die Jury die Sieger_innen bekannt.“
Eintritt frei

Mittwoch, 12. August, 19 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Birgit Birnbacher liest aus Ich an meiner Seite
„Mit ihrer unaufdringlichen Expertise als Soziologin erzählt die letztjährige Bachmann-Preisträgerin Birgit Birnbacher von Arthur, einem 22-jährigen Mann, still, intelligent, mit 26 Monaten Gefängnis-Aufenthalt hinter sich. Endlich wieder in Freiheit stellt er fest, dass er so leicht keine neue Chance bekommt. Ohne die passenden Papiere und Zeugnisse lässt man ihn nicht zurück ins richtige Leben. Mit Lakonie und Gespür für aus der Bahn Geworfene werden der Absturz Arthurs und seine Rettungsversuche nachgezeichnet.“
Eintritt 5/3€

Freitag 14. – Freitag 21. August, verschiedene Zeiten
Literaturforum im Brecht-Haus
Umwelt. Literatur zwischen Öko- und Technosphäre
„Die rasante Neuordnung unseres Verhältnisses zu unseren natürlichen und künstlichen Umwelten ist nicht nur Gegenstand der Literatur, sondern literarische Texte treiben diesen Erkenntnis- und Selbsterkenntnisprozess aktiv voran. Als sprachliche Kunstform sind sie geeignet, neue Positionen sowohl diskursiv zu formulieren als auch sinnlich erfahrbar zu machen. Doch welchen Zugang zur Umwelt besitzt Literatur in ihrer Sprachlichkeit? Welche Formen von Nature Writing gibt es? Bildet das Anthropozän besondere Poetiken heraus?“
Eintritt 5/3€

Dienstag, 25. August, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
James Noël Was für ein Wunder
„Am Tag des verheerenden Erdbebens in Haiti begegnet Bernard Amore, einer Neapolitanerin, die für eine NGO arbeitet. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Um dem Chaos der zerstörten Stadt zu entkommen und um Bernard zu helfen, schlägt Amore ihm eine Reise nach Rom vor.“ Ausgezeichnet mit dem Internationalen Literaturpreis 2020.
Eintritt 7/4€

Freitag, 28. August, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
Ronya Othmann liest aus Die Sommer
„Das Dorf, in dem Leyla alle ihre Sommerferien verbringt, liegt nicht am Meer oder in den Bergen, sondern in Nordsyrien, an der Grenze zur Türkei. Als Tochter einer Deutschen und eines jesidischen Kurden ist ihr das Heimatdorf ihrer Großeltern fremd und vertraut zugleich. Ihr Zuhause ist in Bayern, hier geht sie zur Schule und feiert mit ihren Freundinnen – nur um dann jeden Sommer wieder auf dem nackten Erdboden im Dorf zu sitzen. Als der Krieg in Syrien beginnt, macht Leyla gerade Abitur – und Sommerferien und sonstiges Leben stürzen ineinander.“

Foto: Annie Spratt / Unsplash