Berlin liest: Die besten Literatur-Events im März

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Hurra, der März ist da! Die Leipziger Buchmesse klopft an, alles dreht sich diesen Monat um Literatur – auch in Berlin. Hier kommt meine Übersicht.

Mittwoch, 6. März, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
Kenah Cusanit liest aus Babel
„1913, unweit von Bagdad. Der Archäologe Robert Koldewey leidet unter den Ansichten seines Assistenten Buddensieg und nun auch noch unter einer Blinddarmentzündung. Die Probleme sind menschlich, die Aufgabe biblisch und sie fasziniert bis heute: die Ausgrabung Babylons. Stein für Stein legt Koldewey die Wiege der Zivilisation frei – und das Fundament des Abendlandes.“
Eintritt 7€/4€

Freitag, 8. März, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
Feridun Zaimoglu liest aus Die Geschichte der Frau
„Das Buch lässt zehn außerordentliche Frauen zu Wort kommen vom Zeitalter der Heroen bis in die Gegenwart. In den Geschichtsbüchern ist ihre Sicht der Dinge zumeist nicht überliefert: Weil Männer geboten, die Wahrheit tilgten und die Lüge zur Sage verdichteten. Doch nun sprechen sie – klar und laut und vielstimmig. Von Antigone über Judith bis Valerie Solanas. Walküren, Fabrikantentöchter, Trümmerfrauen, Gastarbeiterinnen.“
Eintritt 7€/4€

Freitag, 8. März, 20.30 Uhr
Buchhändlerkeller
Wiedergelesen: Nicole Henneberg stellt den Roman Effingers von Gabriele Tergit vor
Effingers, Gabriele Tergits umfangreicher Familienroman ist die Chronik der jüdischen Familie Effinger über vier Generationen, deren Leben sich nicht von dem anderer gutsituierter gebildeter Bürger im Berlin der Jahrhundertwende unterscheidet. Der Roman ist eng mit dem Leben der Schriftstellerin, die 1894 in Berlin geboren wurde, verbunden: Nach einem SA-Überfall auf ihre Wohnung in Berlin floh Gabriele Tergit am 5. März 1933 in die Tschechoslowakei, einige Monate später folgte sie ihrem Mann nach Palästina. In diesen schwersten Zeiten ihres Lebens schrieb sie an ihrem zweiten Roman, den sie 1938 in London, ihrem endgültigen Exilort, beendete.“

Samstag, 9. März, 20 Uhr
Ocelot, not just another bookstore
poetisiert euch! 5 x Frühjahrspremiere im Verlagshaus Berlin
An diesem Abend feiert das Verlagshaus Berlin die Frühjahrspremiere von fünf neuen Lyrikbänden – Lesung mit Odile Kennel, Sandra Gugić, Alexander Graeff, Anna Hetzer und Carl-Christian Elze.
Eintritt 5€

Dienstag, 12. März, 19.30 Uhr
Literarisches Colloquium Berlin
Gunther Geltinger liest aus Benzin
„Auf einer Reise durch Südafrika hoffen Vinz und Alexander, die Krise in ihrer Beziehung überwinden zu können. Doch die Fahrt durch das fremde Land, in dem soziale Ungleichheit herrscht und Homosexualität von einem großen Teil der Bevölkerung noch immer tabuisiert wird, steigert ihre Unsicherheit. Als sie bei einem Unfall Unami, einen jungen Mann aus Simbabwe anfahren, geraten ihre Pläne durcheinander und sie beschließen, gemeinsam weiterzureisen.“
Eintritt 8€/5€

Mittwoch, 13. März, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
Tschechien für Anfänger*innen. Eine Lagebesprechung mit Radka Denemarková und
Tereza Semotamová
„Tschechien ist das diesjährige Gastland auf der Leipziger Buchmesse. Sonderlich exotisch ist das Nachbarland nicht, und wenn man im Gedächtnis nach den wenigen Namen tschechischer Autor*innen kramt, die man schon mal gehört oder gar gelesen hat, kann man sie häufig nicht richtig aussprechen. Warum wissen wir in Deutschland eigentlich so wenig über die Literatur unserer Nachbar*innen? Wirklich nur Kafka und Kundera, Hašek,
Hrabal und Havel?“
Eintritt 7€/4€

Donnerstag, 14. März, 20 Uhr
ocelot, not just another bookstore
Julia Rothenburg liest aus hell/dunkel
„Auf einmal sitzt er auf dem Sofa, in einer Rauchwolke, wie eine Fata Morgana. Valerie hat nicht mit ihm gerechnet, aber er ist es: Robert. Er dreiundzwanzig, sie neunzehn, sie hell, er dunkel – keiner hat sie je für Geschwister gehalten. Halbgeschwister, daher vielleicht. Mit der Rückkehr der Krankheit ihrer Mutter ist auch er zurückgekehrt, und er verspricht zu bleiben. Gemeinsam stehen Robert und Valerie nun vor Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt: Wie umgehen mit einem Abschied? Valerie und Robert suchen Halt aneinander.“
Eintritt 5€

Freitag, 15. März, 19.30 Uhr
Literarisches Colloquium Berlin
Tschechisches Casino
„In wenigen Tagen wird Tschechien als Gastland der Leipziger Buchmesse auftreten – heute schon ist im tschechischen Casino zu erleben, was das Land zu bieten hat. Es geht ausschweifend zur Sache, und zwar an mehreren Spieltischen gleichzeitig!“ – mit Jaroslav Rudiš & Martin Becker, Tereza Semotamová, Petr Hruska & Martina Lisa, Vratislav Manák & Lena Dorn sowie der Band Debbi Love.
Eintritt 8€/5€

Montag, 18. März, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
„Nachdenken übern Christa W.“
„Heute vor 90 Jahren wurde Christa Wolf geboren. Während sie einerseits als eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der DDR kanonisiert ist, sind andererseits die Gräben zwischen Ost und West bis heute deutlich zu spüren. Wer liest Christa Wolf heute wo und wie? Christoph Hein, Judith Schalansky und Ingo Schulze nehmen Stellung zu einzelnen Texten von Christa Wolf, lesen und diskutieren.“
Eintritt 7€/4€ (Restkarten an der Abendkasse)

Mittwoch, 20. März, 20 Uhr
Pfefferberg Theater
Frank Goosen liest aus Kein Wunder
„Berlin, 1989. Fränge ist Anfang zwanzig und genießt das Leben in vollen Zügen. Freundinnen hat er gleich zwei: Marta im Westen und Rosa im Osten – die natürlich nichts voreinander wissen. Als Förster und Brocki aus Bochum zu Besuch kommen, macht das die Sache nicht einfacher, denn Rosa bringt auch bei Förster so einiges in Unordnung. Frank Goosens neuer Roman ist eine wunderbare Komödie über eine Zeit, als es mehr Deutschlands gab, als man brauchte.“
Eintritt 12€ / Ak 13,50€

Mittwoch, 20. März, 20 Uhr
Roter Salon Volksbühne
Manfred Maurenbrecher liest aus Grünmantel
„Im uckermärkischen Dorf Grünmantel brodelt es unter der Oberfläche. Ein Wessi macht sich mit seiner Vorliebe für Naturschutz und junge Mädchen unbeliebt, ein stotternder Handwerker versucht die Schatten seiner Vergangenheit loszuwerden, ein bis über beide Ohren verliebter Nazi bringt sich in Lebensgefahr, eine Sekretärin gerät auf kriminelle Abwege, eine Aussteigerin versucht ihr heillos heruntergekommenes Haus vor dem Verfall zu retten…“
Eintritt 8€

Donnerstag, 21. März, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
Sheila Heti liest aus Mutterschaft
„Was wird gewonnen und was geht verloren, wenn eine Frau sich entschließt, ein Kind zu bekommen? Das heißt, falls sie sich dazu entschließen kann. In einer mehrjährigen Selbstbefragung, mal hierhin, mal dorthin gezogen von Freundinnen, Bekannten, dem Lebensgefährten und den Verpflichtungen gegenüber ihren jüdischen Vorfahren, versucht die Protagonistin mit allen Mitteln, sich zu einer Entscheidung durchzuringen.“
Eintritt 7€/4€

Freitag, 22. März, 20 Uhr
Palais in der Kulturbrauerei
Festivalauftakt Literatur:Berlin – „Das Herz verlässt keinen Ort, an dem es hängt“
„Weitermachen, Weiterreden, Weiterschreiben. Das ist der dringliche Appell, den die Prosa, Lyrik und Essays des von Lina Muzur und Annika Reich im Ullstein Verlag herausgegebenen Bandes „Das Herz verlässt keinen Ort, an dem es hängt“ aussenden. Sie bilden einen Dialog über künstlerisches Schaffen im Exil ab, den die aus Krisengebieten im Nahen Osten nach Europa geflüchteten Autorinnen und Autoren mit namhaften deutschen Schriftstellerinnen und Schriftstellern führen.“
Eintritt frei

Montag, 25. März, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
Barbara Honigmann liest aus Georg
Barbara Honigmann erzählt von ihrem Vater: »Mein Vater heiratete immer dreißigjährige Frauen. Nur er wurde älter… Sie hießen Ruth, Litzy, das war meine Mutter, Gisela und Liselotte.« Das ist die private Seite einer Lebensgeschichte, die um die halbe Welt führt: von Frankfurt nach Paris, London, Berlin, dazwischen liegt eine Internierung in Kanada, nach der Emigration der Weg in die DDR. Und überall die Erfahrung: Zu Hause Mensch und auf der Straße Jude.“
Eintritt 7€/4€

Montag, 25. März, 20 Uhr
Pfefferberg Theater
„Ostfrauen verändern die Republik“
„Ostdeutschen Frauen sind berufsmobiler, risikobereiter und aufstiegsorientierter als die Männer. Ostfrauen sind häufiger berufstätig als Westfrauen und kehren nach der Geburt eines Kindes früher auf Vollzeitstellen zurück. Aber warum ist das so? Erhellend dafür ist der Blick zurück in die Zeit vor 1989 – auf die Chancen, die Frauen im Osten bekamen, ebenso wie auf den Zwang, am Erwerbsleben teilzunehmen, und die Doppelbelastung. Porträts von prominenten Ostfrauen zeigen, worin das positive Erbe der DDR besteht, ohne das System zu idealisieren. Und sie liefern überraschende neue Erkenntnisse.“ Tanja Brandes und Markus Decker im Gespräch mit Katrin Göring- Eckardt und Anne Wizorek.
Eintritt 10,50€ / AK 12€

Montag, 25. März, 20 Uhr
Georg Büchner Buchladen
Literatur: Berlin – Isabelle Lehn liest aus Frühlingserwachen & Simone Meier aus Kuss
„Isabelle Lehn schreibt über eine Frau namens Isabelle Lehn – eine Frau im freien Fall: Muss sie alles wollen, was möglich ist? Da scheitert, da kämpft eine junge Frau mit den eigenen Zielen, den Erwartungen der Gesellschaft und mit dem Kinderkriegen. Was, wenn man nicht jede Chance ergreifen will?“ Und in Kuss dreht sich die Geschichte um „Gerda und Yann, urbane Thirtysomethings und gerade in ein heruntergekommenes altes Haus am Stadtrand gezogen. Gerda ist arbeitslos, investiert ihre ganze Energie ins Einrichten – und in eine fixe Idee: Sie leistet sich eine imaginäre Affäre. Diese ist erst nur ein Spiel, doch dann beginnt sie Gerda mit aller Macht zu verzehren.“
Eintritt 10€/AK 12€

Montag, 25. März, 20 Uhr
Maschinenhaus in der Kulturbrauerei
Literatur: Berlin – Miriam Toews Die Aussprache
„Sie sind acht Mütter, Töchter, Ehefrauen. Jahrelang wurden sie von den Männern der Mennonitengemeinde, in der sie leben, nachts betäubt und vergewaltigt. Während ihre Peiniger vor Gericht stehen, tre en sie sich heimlich und beraten: Was sollen sie tun? Trotz allem vergeben und weiterleben wie bisher? Würde die Gegenwart der Männer nicht Öl ins Feuer ihrer zum Teil mörde­ rischen Gedanken gießen und sie zwingen, ihren friedfertigen Glauben zu verraten? Bleibt ihnen also nur, fortzugehen?“
Eintritt 10€/AK12€

Dienstag, 26. März, 12.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
Brown Bag Lunch: „200 Jahre Theodor Fontane“
„Theodor Fontane, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt, war einer der modernsten Autoren seiner Zeit. Erstmals wird sein Leben aus der Perspektive der rasanten Entwicklungen des 19. Jahrhunderts beleuchtet: Fontane schrieb Balladen und Gedichte über amerikanische Dampfschiffe und Eisenbahnunfälle in Schottland, als Journalist experimentierte er mit Genres und Formaten ebenso engagiert, wie er es als Apotheker mit Arzneimischungen getan hatte.“ Autor Iwan-Michelangelo D’Aprile und Tilman Krause im Gespräch.
Eintritt 7€/4€

Dienstag, 26. März, 20 Uhr
Heimathafen Neukölln
Kristen Roupenian & Mieze (MIA) präsentieren Cat Person
Die Erkundung des Lebensgefühls einer Generation: Wer sind wir, wenn wir alles sein können? Kristen Roupenians Kurzgeschichte Cat Person, im November 2017 im New Yorker veröffentlicht, wurde zur viralen Sensation und gilt als eine der meistgelesenen Storys aller Zeiten.
Eintritt 13€ / AK 16€

Dienstag, 26. März, 20 Uhr
Palais in der Kulturbrauerei
Literatur: Berlin – Regina Scheer liest aus Gott wohnt im Wedding
„Alle sind sie untereinander und schicksalhaft mit dem ehemals roten Wedding verbunden, diesem ärmlichen Stadtteil in Berlin. Mit dem heruntergekommenen Haus dort in der Utrechter Straße. Leo, der nach 70 Jahren aus Israel nach Deutschland zurückkehrt, obwohl er das eigentlich nie wollte. Seine Enkelin Nira, die Amir liebt, der in Berlin einen Falafel-Imbiss eröffnet hat. Laila, die gar nicht weiß, dass ihre Sinti-Familie hier einst gewohnt hat. Und schließlich die alte Gertrud, die Leo und seinen Freund Manfred 1944 in ihrem Versteck auf dem Dachboden entdeckt, aber nicht verraten hat.“ – Schon mit Machandel hat die Autorin bewiesen, dass sie eine ganz große Erzählerin ist!
Eintritt 10€/AK12€

Dienstag, 26. März, 20 Uhr
Bibliothek am Wasserturm
Literatur: Berlin – Marion Brasch liest aus Lieber woanders
„Toni und Alex kennen sich nicht und sind doch auf verhängnisvolle Weise miteinander verbunden. Toni leidet unter dem Verlust ihres kleinen Bruders, für dessen Tod sie sich verantwortlich macht. Alex führt ein Doppelleben und trägt an einer Schuld, über die er nie gesprochen hat. 24 Stunden bewegen sich die beiden aufeinander zu, bis sich ihre Wege trotz skurriler Begegnungen und komischer Zwischenfälle schließlich kreuzen.“

Mittwoch, 27. März, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Tobias Schwartz liest aus Nordwestwärts
„Kein Ort, der weiter von einer Großstadt entfernt ist, vier Kirchen unterschiedlicher Konfession und die größte deutsche Kartoffelstärkefabrik: Das ist Emlichheim in Niedersachsen. Einer der vielen, gerade boomenden Dorfromane? Hier bündelt sich jedenfalls die Geschichte Davids, Kinderarzt und Spross schlesischer Flüchtlinge, der zu Besuch in seine Heimat fährt und dort noch einmal auf die Spuren seiner Familie gesetzt wird.“
Eintritt 5/3€

Freitag, 29. März, 20 Uhr
Palais in der Kulturbrauerei
Literatur: Berlin – Maxim Leo liest aus Wo wir zu Hause sind. Die Geschichte meiner verschwundenen Familie
„Nach Haltet euer Herz bereit legt der Journalist und Bestseller-Autor Maxim Leo erneut eine packende Familiengeschichte vor, spannend und herzergreifend. Die wahre Geschichte einer jüdischen Familie, die auf der Flucht vor den Nazis in alle Winde zerstreut wurde und deren Kinder und Enkel zurückfinden nach Berlin, in die Heimat ihrer Vorfahren.“
Eintritt 10€/AK 12€

Und nicht vergessen: Am 30. März ist Indiebookday!

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