Berlin liest: Die besten Literatur-Events im Mai ’17

Literatur

Berlin liest auch im Mai gerne und vor allem gerne vor: Wenn das Wetter weiterhin so unentschieden un-frühlingshaft bleibt, ziehen wir uns eben wieder in den Lesesessel zurück.

Oder lassen uns vorlesen, z.B. von Lukas Bärfuss, Katja Lange-Müller, Eva Menasse und Uwe Timm.

Mittwoch, 3. Mai, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Peter Walther liest aus „Hans Fallada. Die Biographie“
Hans Fallada ist eine Art deutscher Volksdichter, der in den letzten Jahren nochmal neu entdeckt wurde. Peter Walther hat eine Biographie geschrieben: „Es entsteht das Bild einer zerrissenen Persönlichkeit: auf der einen Seite der drogenabhängige Künstler, Frauenheld und Opportunist, auf der anderen Seite der Landwirt und Familienvater, der sich freischreibt vom Alptraum des Dritten Reiches.“
Eintritt 5€/3€

Donnerstag, 4. Mai, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
Martin Becker liest aus Marschmusik
„Der erwachsene Sohn kommt zurück in die Kleinstadt am Rande des Ruhrgebiets, in der er seine Kindheit verbracht hat. Zurück in sein Elternhaus, das wie die verlassene Kulisse einer auserzählten Familienserie wirkt. Alles ist wieder da, als er versucht, Licht ins Dunkel seiner Familiengeschichte zu bringen. Doch dafür muß er dorthin hinabsteigen, wo es tatsächlich dunkel ist, »unter Tage«, wo sein Vater zeitlebens gearbeitet hat.“
Eintritt 5€/3€

Donnerstag, 4. Mai, 20.30 Uhr
Buchhändlerkeller
Julia Wolf liest aus Walter Novak bleibt liegen
„Jeden Morgen schwimmt Walter Nowak seine Bahnen im Freibad. Eines Morgens bringt ihn eine Begegnung aus der Bahn, mit fatalen Folgen. Später findet er sich mit einer blutenden Kopfwunde auf dem Boden seines Badezimmers wieder und verliert zunehmend die Kontrolle über sich.“ Was ist passiert?
Eintritt 5€/3€

Mittwoch, 10. Mai, 20 Uhr
PANKEBUCH
Jaan Kross liest aus Wikmanns Zöglinge
„Wikmans Zöglinge ist eine lebendige, anekdotenreiche Schulgeschichte auf großer literarischer Bühne“ – diesen letzten großen historischen Roman des estnischen Autors (1920-2007) stellt an diesem Abend der Verleger Wolf-Rüdiger Osburg vor. Die Literatur des Baltikums entdecken ist immer eine interessante Sache!
Eintritt 10€ / 8€ im VVK

Mittwoch, 10. Mai, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Olga Grjasnowa liest aus Gott ist nicht schüchtern
„Dies ist die Geschichte von Amal, einer jungen Schauspielerin in Damaskus, und Hammoudi, einem syrischen Arzt, der gerade mit Bravour in Paris sein Examen als Spezialist für Plastische Chirurgie abgelegt hat und sich nun darauf vorbereitet, seine erste, gut dotierte Stelle anzutreten; er muss nur noch in Syrien seinen Pass verlängern lassen…“ Doch dann müssen sie fliehen und landen 2015 in Berlin. Wie fühlt es sich an, im Exil leben zu müssen?
Eintritt 5€/3€

Donnerstag, 11. Mai, 19 Uhr
Instituto Cervantes
Javier Cercas Der falsche Überlebende
„Medienwirksam hat sich der Katalane Enric Marco 30 Jahre lang als Überlebender des deutschen Konzentrationslagers Flossenbürg ausgegeben, hat sein Leiden öffentlich erzählt, war Präsident der Vereinigung der ehemaligen spanischen KZ-Häftlinge. Doch 2005 kam es zum Skandal, als ein Historiker aufdeckte, dass seine Geschichte eine Lüge war.“ Was hat Marco dazu gebracht, über Jahre diese Lüge aufrecht zu erhalten?
Eintritt 5€/3€

Dienstag, 16. Mai, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Kerstin Preiwuß liest aus Nach Onkalo
„Der vierzigjährige Protagonist des Romans ist ein ewiger Single, der (bis zu ihrem Tod) mit seiner Mutter in einem kleinen norddeutschen Dorf zusammenlebt, gewissermaßen am Rand der Welt. Zum Glück gibt es Nachbarn und Brieftauben, deren inneren Kompass er seit seiner Jugend bewundert. Er selbst hat keine Pläne, will nur seinen Alltag meistern, weiß aber nicht „ob das Leben die Mühe lohnt“.“
Eintritt 5€/3€

Mittwoch, 17. Mai, 19 Uhr
Institut Francais Deutschland
Buchvorstellung: Ein russischer Roman
„»Mein Leben war verfolgt von Wahnsinn und Horror. Die Bücher, die ich geschrieben hatte, sprachen von nichts anderem. Nach Der Widersacher konnte ich nicht mehr. Ich wollte diesem Zwang entkommen. Und ich dachte, ihm durch die Liebe zu einer Frau und durch Nachforschungen über meine Familie entkommen zu können. Die Nachforschungen drehten sich um meinen Großvater mütterlicherseits, der nach einem tragischen Leben 1944 verschwand und sehr wahrscheinlich als Kollaborateur erschossen wurde.“ Lesung und Gespräch über Ein russischer Roman mit anschließender Filmvorführung: »Retour à Kotelnitch« (OmUeng) von Emmanuel Carrère.
Eintritt frei

Freitag, 19. Mai, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
Eva Menasse liest aus Tiere für Fortgeschrittene
„Jahrelang hat Eva Menasse Tiermeldungen gesammelt, die ihr, wie umgekehrte Fabeln, etwas über menschliche Verhaltensweisen zu verraten schienen. Nun wird es nicht weiter verwundern, wenn diese Meldungen eine ganze Palette menschlicher Schwächen und Defizite eröffnen“ – Eva Menasse liest aus ihrem Erzählband.
Eintritt 5€/3€

Samstag, 20. Mai, 10-18 Uhr
Literarisches Colloquium am Wannsee

Alfred-Döblin-Preis 2017
Lese- und Diskussionstag mit den Finalist*innen María Cecilia Barbetta, Anja Kampmann, Fridolin Schley, Alida Bremer, Sebastian Polmans, Stephan Groetzner
An einen der vielseitigsten deutschen Schriftsteller der Moderne erinnert der 1979 von Günter Grass gestiftete und seither alle zwei Jahre für ein noch unvollendetes Prosa-Manuskript vergebene Alfred-Döblin-Preis. Die letzten Preisträger waren 2013 Saša Stanišić und 2015 Natascha Wodin. Mehr als 600 Autorinnen und Autoren haben sich in diesem Jahr um den Preis beworben.“ Die Manuskripte, die von der Jury ausgewählt wurde, werden an diesem Tag vorgelesen.
Eintritt 8€/5€

Sonntag, 21. Mai, 11.30 Uhr
Akademie der Künste, Pariser Platz
Alfred-Döblin-Preis 2017
Die feierliche Preisverleihung des mit 15.000 Euro dotierten Alfred-Döblin-Preises: Katja Lange-Müller und Uwe Timm lesen aus dem prämierten Manuskript sowie weitere Texte von Alfred Döblin.
Eintritt frei

Sonntag, 21. Mai, 12-18 Uhr
Schlossgärtnerei Gerswalde
„Naturkunden“-Landpartie mit Matthes & Seitz
„In der alten Gerswalder Schlossgärtnerei in der Uckermark warten Lesungen, Naturführungen und regionale Verköstigung auf Sie. Vier Autorinnen und Autoren lesen aus ihren Büchern, aus ihren Tier- und Pflanzenportraits der von Judith Schalansky herausgegebenen Reihe »Naturkunden«: Von Ludwig Fischer hören Sie Wissenswertes über die unterschätzte Brennnessel, Petra Ahne geht dem Mythos und den Vorurteilen über Wölfe nach, Eckhard Fuhr weiß von ihrem Gegenpart, den Schafen, zu erzählen und von den ältesten Bäumen der Welt berichtet Zora del Buono.“ Dazu gibt es einen Nachtigallen- und einen Brennessel-Spaziergang.
Der Eintritt & die Fahrt mit dem Shuttle-Bus ist kostenlos (die Anfahrt nach Wilmersdorf (Angermünde) nicht)

Dienstag, 23. Mai, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Lukas Bärfuss liest aus Hagard
„Immobilienmakler Philip, Mann im besten Alter und Protagonist in Lukas Bärfuss‘ neuem Roman Hagard, entscheidet sich aus einer Laune heraus, einer Frau zu folgen. Er kennt sie nicht, und selbst ihr Gesicht bleibt ein fortwährend Unbekanntes. Trotzdem ist er von ihr fasziniert, kann sie nicht aus den Augen lassen. Was als Spiel beginnt, wächst sich zu einer Obsession aus, die nicht ohne Begleiterscheinungen bleibt.“ Ein eindringlicher Roman über Entscheidungen und Zwänge.
Eintritt 5€/3€

Dienstag, 23. Mai, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
Preis der Literaturhäuser 2017 – Lesung und Gespräch mit Terézia Mora
„Das Netzwerk der Literaturhäuser verleiht den Preis der Literaturhäuser 2017 der Autorin und Übersetzerin Terézia Mora. Die 1971 in Ungarn geborene und heute in Berlin lebende Terézia Mora hat bislang ein Werk vorgelegt, das fraglos zum Aufregendsten und stilistisch Verblüffendsten gehört, was die deutschsprachige Gegenwartsliteratur zu bieten hat“ – z.B. den 2013 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman Das Ungeheuer. Sigrid Löffler hält die Laudatio.

 

 

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