Berlin liest: Die besten Literatur-Events im Mai 2018

Literatur

Berlin liest, Berlin liest vor: Im Mai dürft ihr euch auf ein breites Themenspektrum an literarischen Veranstaltungen in der Hauptstadt freuen – ich hab ne Auswahl getroffen.

Mittwoch, 2. Mai, 19.30 Uhr
Matthes & Seitz, Göhrener Straße 4, 10437 Berlin
Stefan Schütz liest aus Beelzebub
„Der Berliner Antiquariatsgehilfe Julian Mark ist auf der Suche nach Weisheit, wünscht sich nichts sehnlicher als älter zu werden und wird immer wieder von Selbstmordgedanken gequält. Doch als er von seinem Chef einem Teufel übergeben wird und sich selbst in einem halben Beelzebub verwandelt hat, übernimmt er die Geschäfte und wird aktiv. Bald jedoch scheitert er, wird von einer geheimnisvollen Sekte heimgesucht und entscheidet sich zur Flucht.“
Eintritt frei

Mittwoch, 2. Mai, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Felicitias Hoppe liest aus Prawda. Eine amerikanische Reise
„Inspiriert vom Reisebuch der beiden Sowjetrussen Ilf und Petrow aus dem Jahr 1937, reiste Felicitas Hoppe unlängst deren Weg durch die USA nach. Entstanden ist ein faszinierender Bericht: Hellwache Beobachtung mit feinem Gespür fürs Komische und höchst poetischem Sinn.“
Eintritt 5€/3€

Freitag, 4. bis Sonntag, 6. Mai, Fri 17-21h & Sa/So 12-19h
Haus der Kulturen der Welt
Miss Read: Berlin Art Book Festival
Zwar nicht um Literatur, aber doch auch um (noch dazu besonders hübsch gestaltete) Bücher geht es bei Miss Read: Mehr als 260 Verleger und Autoren aus dem Kunstbereich kommen an diesem Wochenende zusammen und zeigen, was sie im Programm haben.
Eintritt frei

Dienstag, 8. Mai, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Klaus Kordon liest aus und spricht über Krokodil im Nacken
„Klaus Kordon erzählt von der Inhaftierung des Protagonisten Manfred Lenz im Staatssicherheitsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen und davon, auf welchem (Lebens-)Weg dieser dorthin geriet. […] Elisabeth Böker, Mitglied der Jugendjury, die Krokodil im Nacken 2003 mit dem DJLP auszeichnete, befragt den Autor zum Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit in seinem autobiografisch geprägten Roman und zu den Beweggründen seines Schreibens.“
Eintritt frei

Dienstag, 8. Mai, 19 Uhr
Haus für Poesie (Kulturbrauerei)
Poesiedebatte: die Stunde der Anthologisten
„Lyrikanthologien haben Konjunktur. Alles eignet sich für eine poetische Ährenlese: Jahreszeitengedichte, Schnee gedichte, politische Gedichte, Gedichte fürs Gedächtnis, Tiergedichte, Pub-Gedichte etc. Es stellt sich die Frage nach den Auswahlkriterien und nach der Autorität des jeweiligen Anthologisten. Wer ist es, der sich anmaßt, zu entscheiden, was gültig ist und bleibt?“ Es diskutieren Christoph Buchwald, Steffen Popp und lisabeth Katharina Paefgen.
Eintritt 6€/4€

Dienstag, 8. Mai, 20 Uhr
Zabriskie – Buchladen für Kultur und Natur, Manteuffelstr. 73, 10999 Berlin
Buchpräsentation: Wilde Wälder von Roger Deakin
„Roger Deakin begibt sich in seinem wichtigsten Buch, »Wilde Wälder«, auf eine Reise in das fünfte Element – das Holz. Die Reise beginnt im Schatten der Bäume seines Suffolker Gartens, führt ihn durch die Wälder Großbritanniens quer durch Europa bis nach Zentralasien und Australien.“ Lesung mit dem Übersetzerteam Frank Sievers und Andreas Jandl.
Eintritt 4€

Dienstag, 8. Mai, 20 Uhr
ocelot, not just another bookstore
Anika Scheffel liest aus Hier ist es schön
An einem Tag im August beschließt Irma, die Erde zu verlassen, ihren Eltern und Freunden für immer den Rücken zu kehren und eine Heldin zu werden. Gemeinsam mit dem rätselhaften Sam wird sie in einer spektakulären Fernsehshow dafür ausgewählt, einen neuen Planeten zu besiedeln. Doch dann entscheidet sich Sam plötzlich anders. Er, der abgeschirmt von der Welt aufwuchs, ergreift die Flucht. Er will endlich Antworten auf die Fragen nach seiner Herkunft, nach seiner Geschichte. Und so begeben sich Sam und Irma auf eine Reise – nicht ins All, sondern durch abgestorbene Wälder, lebensfeindliche Städte, entlang leerer Straßen. Sie entdecken eine kaputte Welt von surrealer Schönheit, verfolgt – oder doch gelenkt? – von Mächten, die Puppenspielern gleich im Hintergrund die Fäden ziehen.“
Eintritt frei

Dienstag, 15. Mai, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Ina Hartwig „Wer war Ingeborg Bachmann? Eine Biographie in Bruchstücken“
„Wie schreibt man eine Biografie, wenn wichtige Dokumente noch unter Verschluss sind? Im Falle von Ingeborg Bachmann hat Ina Hartwig sich für eine Biografie in Bruchstücken entschieden. Zeitzeugen, Archivfunde und Ortsbegehungen, Gespräche, Tratsch und Schweigen ergeben einen überraschend neuen Blick auf die Dichterin und Schriftstellerin, die wie keine Zweite die Literatur der Nachkriegszeit geprägt hat.“
Eintritt 5€/3€

Dienstag, 15. Mai, 19.30 Uhr
Literarisches Colloquium Berlin
Daniel Galera So enden wir
„Erzählt werden die Lebenswege einer Freundesgruppe um den genialischen Schriftsteller Duke, der einem Raubüberfall zum Opfer gefallen ist. Am Grab ihres ehemaligen Gefährten kommen Aurora, Antero und Emiliano nach einer gefühlten Ewigkeit wieder zusammen, schauen zurück, ziehen Bilanz. Galeras Desillusionsroman – Wirtschaftskrise und der politische Klimawandel in Brasilien ziehen tiefe Spuren in die Lebenswege der Protagonisten – ist zugleich ein literarischer Versuch über menschliche Nähe, erzählt vor dem Hintergrund der von Hitze und Streiks paralysierten Stadt Porto Alegre im WM-Jahr 2014.“
Eintritt 8€/5€

Dienstag, 15. Mai, 20 Uhr
Akademie der Künste, Pariser Platz
Stephen Parker liest aus „Brecht. Eine Biographie“
„Uwe Johnson vermisste sie „für die deutschsprachige Gegend“: „diese umfangreichen Biographien angelsächsischer Art, in denen das Nachweisbare stimmt und das Zweifelhafte dem Entschluss des Lesers überlassen wird“. Der englische Germanist Stephen Parker legt eine Darstellung von Brechts Leben und Werk vor, für die diese Beschreibung gelten mag.“

Donnerstag, 17. Mai, 19 Uhr
Alfred-Erhardt-Stiftung
Brita Reimers, Mara Sylvester und Jochen Winter
„Mit ihrer Collage „Begegnungen. Von Natur und Natur“ bringen die Kulturhistorikerin Brita Reimers und die Grafikerin Mara Sylvester eine faszinierende Auswahl von Werken bildender Künstler, Architekten und Landschaftsgärtnern, Dichtern, Komponisten und Wissen-schaftlern aus verschiedenen Kulturkreisen und Epochen zur Anschauung und zu Gehör. […] „Die Glut des Augenblicks. Aufzeichnungen vom Ätna“ von Jochen Winter beinhaltet seine Reflexionen und Meditationen zu Poetologie und Philosophie, Mythologie und Kosmologie, Physik und Metaphysik.“
Eintritt frei, Anm. erbeten unter info@alfred-ehrhardt-stiftung.de

Donnerstag, 17. Mai, 19.30 Uhr
Literarisches Colloquium Berlin
Alberto Manguel Die verborgene Bibliothek
„Gemeinsam mit dem Dichter José F. A. Oliver stellt Alberto Manguel sein neues Buch »Die verborgene Bibliothek« (S. Fischer Verlag, übers. v. Achim Stanislawski) vor und spricht über die Komplizenschaft von Leser und Buch. Alberto Manguel war der Vorleser des erblindenden Dichters Jorge Luis Borges und ist seit 2016 als Direktor der argentinischen Nationalbibliothek in Buenos Aires sein Nachfolger.“
Eintritt 8€/5€

Donnerstag, 17. Mai, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Erich Auerbach „Die Narbe des Odysseus. Horizonte der Weltliteratur“ – Heinrich von Berenberg im Gespräch mit dem Herausgeber Matthias Bormuth 
„Wie wenige der deutschen Intellektuellen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der deutsche Jude Erich Auerbach mit der Welt und der Weltliteratur verbunden. Man kann es in seinen Essays und Briefen nachlesen, die ihn zu einer Zeit der nationalistisch inspirierten Katastrophen als einen Europäer zeigen, dem Dante, Homer und das Alte Testament als literarische Deutungsmuster so vertraut waren wie Virginia Woolf, James Joyce und ihre modernen Zeitgenossen. […] Hier und in den USA, wo er als hoch angesehener Gelehrter nach 1945 lebte, sind die Aufsätze und Briefe entstanden, die dieser Auswahlband enthält“
Eintritt 5€/3€

Donnerstag, 17. Mai, 20.30 Uhr
Buchhändlerkeller, Carmerstr.1, 10623 Berlin
Ralf Rothmann liest aus Der Gott jenes Sommers
„Ein Kind im Krieg: Anfang 1945 muss die zwölfjährige Luisa Norff mit ihrer Mutter und der älteren Schwester aus dem bombardierten Kiel aufs Land fliehen. Das Gut ihres Schwagers Vinzent, eines SS-Offiziers, wird ein unverhoffter Raum der Freiheit: Kein Unterricht mehr, und während alliierte Bomber ostwärts fliegen und immer mehr Flüchtlinge eintreffen, streift die Verträumte durch die Wälder und versucht das Leben diesseits der Brände zu verstehen: Was ist das für eine Beunruhigung, wenn sie den jungen Melker Walter sieht, wer sind die Gefangenen am Klostersee, wohin ist ihre Schwester Billie plötzlich verschwunden, und von wem bekommt die Perückenmacherin eigentlich die Haare?“

Freitag, 18. Mai, 20 Uhr
Kallasch&
Hauser & Tiger: „Biografie & Backlist #2“
„2018 steht bei Hauser & Tiger unter dem Motto Biografie & Backlist. Wir laden Autor*innen mit ihren Backlist-Titeln und/oder mit biografischen Werken ein. Damit wollen wir einerseits den Mechanismen des Literaturmarkts entgegenwirken, wo stets nur das Neuste beworben wird. Und andererseits wollen wir die Vielfalt biografischer Werke feiern. Dieses Mal lesen Takis Würger aus „Der Club“ und Inger-Maria Mahlke aus „Wie Ihr wollt“.
Eintritt frei

Dieses Mal lesen Takis Würger aus „Der Club“ und Inger-Maria Mahlke aus „Wie Ihr wollt“.

Donnerstag, 24. Mai, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Jörg Magenau liest aus Bestseller
„Natürlich ist jeder Leserin, jedem Leser bewusst: Der Platz im Bestsellerregal ist noch kein Qualitätsmerkmal. Dennoch ist es alles andere als Zufall, wenn Tausende dasselbe Buch lesen. Jörg Magenau untersucht die Geschichte der Besteller in der Bundesrepublik von 1945 bis heute und zeigt in der Geschichte des Lesens eine Geschichte unseres Landes.“
Eintritt 5€/3€

Donnerstag, 24. bis Donnerstag, 31. Mai, diverse Zeiten
Akademie der Künste, Hanseatenweg
poesiefestival berlin 2018
„Unter dem Titel „Werte Vers Kunst“ lädt das Haus für Poesie internationale Dichterinnen und Dichter zum 19. poesiefestival berlin ein, Werte durch die Verskunst zu befragen und als Poesie auf die Bühne zu bringen. Ein Schwerpunkt liegt auf der konkreten, visuellen und Sound-Poesie, zu der Berliner Galerien und Sammlungen ihre Schätze präsentieren. Daneben wird erstmals ein „Klimagipfel der Poesie“ stattfinden sowie der seit vielen Jahren bestehende „Lyrikmarkt“ mit Lesungen und Verlagsständen.“

Samstag, 26. Mai, ab 14 Uhr
Diverse Orte
Poets‘ Corner: Lyrik in Berliner Bezirken
„Poets‘ Corner überzieht die Stadt mit Gedichten. Verteilt über einen Tag und unterstützt von Bezirken und Kulturinstitutionen präsentieren in Berlin lebende Lyrikerinnen und Lyriker ihre Werke. Sie lesen in Bibliotheken, Galerien, Museen und Kulturzentren: überall, wo es Raum für Poesie gibt und sie auf ihr Publikum trifft.“ Die Veranstaltungen sind Teil des poesiefestivals berlin 2018.

Samstag, 26. Mai, abends
20. Lange Buchnacht auf der Oranienstraße
Die Oranienstraße in Kreuzberg – von vielen einfach nur „O“ genannt – bildet das Herz des wild-anarchisch-liebevollen Kiezes „SO36“. Hier befindet sich u.a. der Buchladen Kisch & Co samt Ausstellungsraum der N.G.B.K., die, Buchhandlung Oh * 21, die Dante Connection und diverse Antiquariate, darunter das „Müßiggang“, das „Kalligram“ und das „Anti-Quariat“. Viel Literatur also auf der „O“ und somit genügend Stoff für eine Lange Buchnacht. Was genau wann wo gelesen wird, findet ihr demnächst auf der Homepage.

Sonntag, 27. Mai, ab 14 Uhr
Akademie der Künste, Hanseatenweg
Lyrikmarkt
„Am Sonntag wird die Akademie der Künste zum poetischen Wimmelbild. Im Studiofoyer präsentieren über 30 Verlage und Zeitschriften ihr Programm. Im Buchengarten lesen Dichterinnen und Dichter, im Clubraum informieren Diskussionen über Lyrikkritik und das Verlegen von Poesie.“ Die Veranstaltung ist Teil des poesiefestivals berlin 2018.

Mittwoch, 30. Mai, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Thomas Sparr „Grunewald im Orient. Das deutsch-jüdische Jerusalem“
„Als Gartenstadt geplant, entwickelte sich der Jerusalemer Vorort Rechavia ab 1933 zu einem geistigen Zentrum der vertriebenen deutschen Juden. Gershom Scholem, Werner Kraft, Martin Buber, Ernst Simon, Ludwig Strauß, Else Lasker-Schüler, Tuvia Rübner, Mascha Kaléko, Hans Jonas, Anna Maria Jokl, Ilana Shmueli lebten neben anderen deutschsprachigen Bewohnern über Jahre oder dauerhaft dort. Der Publizist und Verleger Thomas Sparr verbrachte in den 1980ern einige Jahre vor Ort und zeichnet ein anschauliches und einfühlsames Portrait dieses Ortes kultureller Annäherung und Wandlung.“
Eintritt 5€/3€

2 Kommentare

  1. Buchtrine

    Hab‘ Dank für die tollen Tipps, ich suche schon seit einer Weile eine monatliche Übersicht/Zusammenfassung der „literarischen Termine“ in Berlin. Ich finde es recht mühsam, diese überall zusammen zu sammeln. Ich folge dir jetzt auf Instagram, um ja nichts mehr zu verpassen 😊.

    • Fräulein Julia

      Die „besten Literatur-Events in Berlin“ findest du am Anfang jeden Monats bei mir auf dem Blog! 🙂

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