Berlin liest: Die besten Literatur-Events im November

Der graue Monat eignet sich perfekt, um sich bei einer Lesung vorlesen zu lassen – wo ihr das tun könnt, verrate ich euch in meiner Übersicht.

Montag, 8. November, 19.30 Uhr
Literarisches Colloqium
Valerie Fritsch liest aus Herzklappen von Johnson & Johnson
„In »Herzklappen von Johnson & Johnson« (Suhrkamp, 2020) erzählt sie nun von Alma, deren Sohn an einer seltenen Krankheit leidet, die ihn keinen Schmerz empfinden lässt. Alma kontrolliert den Jungen ständig auf körperliche Unversehrtheit. Halt findet sie bei ihrer Großmutter, die nach langem Schweigen zu erzählen beginnt: vom Aufwachsen im Krieg, von der Flucht und der Kriegsgefangenschaft des Großvaters.“
Eintritt 8/5€

Dienstag, 9. November, 20 Uhr
Philipp-Schaeffer-Bibliothek
Alexander Osang liest aus Fast hell
„Alles ist genauso passiert, soweit ich mich erinnere …Ihre Wege kreuzen sich schon, laufen nebeneinander, lange, bevor Alexander Osang beschließt, Uwes Geschichte aufzuschreiben. Und mit ihm aufbricht auf einem Schiff in die Vergangenheit. Die weißen Nächte über der Ostsee – sie sind fast hell, verheißungsvoll und trügerisch, so wie die Nachwendejahre, die beide geprägt haben. Doch während Uwe der Unbestimmte, Flirrende bleibt, während sich seine Geschichte im vagen Licht der Sommernächte auflöst, beginnt für Alexander Osang eine Reise zu sich selbst, getrieben von der Frage, wie er zu dem wurde, der er ist.“
Eintritt frei

Donnerstag, 11. November, 19 Uhr
Literaturhaus Berlin
„Ich will nicht wieder anderen zuliebe einfach sein“: Gegenwartsliteratur aus Dänemark
„Drei ungewöhnliche Autor*innen aus Dänemark treffen sich im Literaturhaus Berlin zum Gespräch über ihre Bücher: Vereint in einem queeren Blick auf die Welt, ganz unterschiedlich in ihren literarischen Darstellungsformen.“ Mit Luka Holmegaard,  Mads Ananda Lodahl und Madame Nielsen im Gespräch mit Hannes Langendörfer.
Eintritt 7/4€

Donnerstag, 11. November, 19.30 Uhr
Kulturhaus Peter Edel
Literatursalon am Weissen See mit Eugen Ruge
„Eugen Ruge, geboren 1954 in Soswa (Ural), ist diplomierter Mathematiker und begann 1986 mit seiner schriftstellerischen Karriere. Zur Zeit verfasst er hauptsächliche Werke für Theater, Funk und Film. Für seinen Roman In Zeiten des abnehmenden Lichts gewann er unter anderem den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschienen die Romane Cabo de Gata, Follower und Metropol.“
Eintritt 5/3€

Freitag, 12. November, 20 Uhr
Club der polnischen Versager
Parataxe Spezial: Berlin zwischen den Kriegen 
„Einem breiteren Publikum bisher unbekannte Reise-Reportagen von zwei herausragenden polnischen Autoren der Zwischenkriegszeit. Jerzy Stempowski, Meister der Beobachtung, beschreibt die Wirtschaftskrise der 1920er Jahre in Berlin, Antoni Graf Sobański besucht die deutsche Hauptstadt in den ersten Monaten nach der Machtergreifung der Nazis und bei seiner letzten Reise, 1936 ist er polnischer Korrespondent beim Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg.“
Eintritt 5/3€

Montag, 15. November, 19 Uhr
rbb Sendesaal
Volker Kutscher liest aus Mitte
„Das Buch Mitte knüpft unmittelbar an die dramatischen Ereignisse des letzten Kutscher-Krimis Olympia an. Die außergewöhnlich spannende Erzählung wurde eigens für die Reihe von Kat Menschik geschrieben. Im Zentrum des Buches steht eine der drei zentralen Figuren aus dem Kutscher-Kosmos:  Fritze Thormann – Charly und Gereon Raths Pflegesohn. Der 15-jährige wollte als Ehrendienstler der HJ auf der Olympiade 1936 vor allem seinem Läuferidol Jesse Owens nahe sein. Doch wurde er zu seinem Unglück zufällig Zeuge eines Selbstmords, dessen Umstände mehr als fragwürdig waren.“
Eintritt 16€

Dienstag, 16. November, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
Angelika Klüssendorf liest aus Vierundreißigster September
„Hilde spaltet den Kopf ihres Mannes und geht durchs Schneetreiben hinüber in das Haus der Schriftstellerin, um Silvester zu feiern. Mit dem toten Walter bekommt Angelika Klüssendorfs Roman »Vierunddreißigster September« einen ungewöhnlichen Erzähler: Er ist weiterhin da und beobachtet, was sich im Dorf tut, wird aber nicht gesehen und kann nicht eingreifen.“
Eintritt 7/4€

Donnerstag, 18. November, 19 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Wie systemrelevant ist Literatur? Zum Diskurs um Literatur und Pandemie
„Der Begriff „Systemrelevanz“ erlangte während der Pandemie eine ungewöhnliche Popularität und wurde wiederholt auch auf das Feld der Kultur bezogen. Doch was meint Relevanz und welcher System-Begriff liegt hier zugrunde? Wie greifen kulturpolitische und ästhetische Kategorien ineinander?“ Mit Christoph Jürgensen, Peggy Mädler, Bettina Wilpert und Alexandra Manske.
Eintritt 5/3€

Donnerstag, 18. November, 19.30 Uhr
Brotfabrik Berlin
Markus Thielemann liest aus Zwischen den Kiefern
„Seit sie denken kann, lebt Mia mit ihrem Vater Kasimir im Wald. Im Verborgenen versorgen sie sich selbst und verüben Guerillaanschläge auf landwirtschaftliche Betriebe. In ihrer Welt gelten weder Recht noch Moral. Alles, was ist, basiert auf Naturgewalt, im Kleinen wie im Großen. Doch je älter Mia wird, desto mehr hinterfragt sie die Erziehung ihres Vaters. Als Sören auftaucht, der sich im Wald verirrt hat, wird alles anders. Beide kommen sich näher, aber Sören, dessen Weltbild vor allem durch krude Internetforen geformt wurde, saugt Kasimirs Theorien auf wie ein Schwamm. Und die gemeinsamen Aktionen werden brutaler.“
Eintritt 6/4€

Donnerstag, 18. November, 19.30 Uhr
Literaturhaus Berlin
Margot Friedländer über Ich tue es für euch
„Die Holocaustüberlebende und Zeitzeugin Margot Friedländer erinnert in diesem Interview-Buch gemeinsam mit ihrer Gesprächspartnerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger an den Holocaust und ermahnt die Leser, dass so etwas nie wieder passieren darf. Zugleich ruft sie zu einem offenen, vorurteilsfreien Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft auf.“
Eintritt frei, mit Anmeldung

Freitag, 19. November, 19 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Berlin, Stadt der Autor:innen
„Die Projektvorstellungen der Preisträger:innen des Berliner Arbeitsstipendiums für Autorinnen und Autoren werden begleitet von einer Diskussion über Berlin als Schaffensort von Literatur: Welche Impulse gehen von Berlin für die Gegenwartsliteratur aus? Welche Erwartungen lasten auf Berliner Autor:innen? Wie funktioniert das Zusammenspiel mit der Literaturkritik in Berlin?“ Mit Gerrit Bartels, Ruth Johanna Benrath, Cornelia Geißler, Dirk Knipphals sowie den Preisträger:innen des Berliner Arbeitsstipendiums für Autorinnen und Autoren.
Eintritt 5/3€

Freitag, 19. November, 19.30 Uhr
Literarisches Colloqium
Schiffscasino: Ilse Aichinger
„Das Casino am Wannsee verwandelt sich in ein Schiffscasino. Im Rahmen der Ausstellung »Die Hochsee der Ilse Aichinger. Ein unglaubwürdiger Reiseführer zum 100. Geburtstag« haben die Kuratorinnen Marie Luise Knott und Uljana Wolf sechs Gäste eingeladen, aus unterschiedlichen Perspektiven Einblicke in Werk und Leben Ilse Aichingers zu nehmen.“
Eintritt 8/5€

Freitag, 19. November, 20 Uhr
Lettrétage im ACUD
Michel Göring liest aus Dresden
„Fabian ist Student in Köln, fährt 1975 das erste Mal nach Dresden, danach kommt er fast jedes Jahr. Nicht nur wegen Anne. Annes Bruder Kai will mit 18 zu Fabian in den Westen, wird in der Elbe aufgegriffen und landet für 15 Monate wegen Republikflucht im Gefängnis. Während Kais Vater auch 1987 noch hofft, dass die DDR sich selbst ändern kann, ist Anne längst bei den Umweltbewegten. Fabian, der Westbesucher, wird immer stärker in den Sog dieser wunderbaren Familie in Dresden hineingezogen.“
Eintritt 5€

Sonntag, 21. November, 19.30 Uhr
Brotfabrik Berlin
Musikalische Lesung: Jana Volkmann liest aus Auwald
„Jana Volk­manns Roman­fi­gu­ren ver­schwin­den in Rit­zen und Höh­len, wer­den zu Abwe­sen, tau­chen zumeist wie­der auf. In ihrem neu­en Roman »Auwald« geht die Prot­ago­nis­tin, die Tisch­le­rin Judith, zwi­schen Wien und Bra­tis­la­va ver­lo­ren. Nach einem Inter­mez­zo mit der Natur kehrt sie in eine post­apo­ka­lyp­ti­sche Groß­stadt zurück. Caro­li­ne Schließ­mann besingt die Seitlich-Umgeknickten. Mit wei­tem Her­zen und mal zar­ter, mal lau­ter Stim­me macht sie Lie­der von den Rän­dern und Ecken, Kan­ten und Ris­sen. Jana Volk­mann und Caro­li­ne Schließ­mann tei­len sich die Büh­ne.“
Eintritt 6/4€

Dienstag, 23. November, 19 Uhr
Literaturhaus Berlin
Shumona Sinha liest aus Das russische Testament
„Als leidenschaftliche Leserin wächst das Mädchen Tania in den 1980er Jahren in Kalkutta auf, die russische Literatur ist nicht nur im Buchladen ihres Vaters, sondern auch im kommunistischen Westbengalen omnipräsent. Nach und nach beginnt Tania, gegen die autoritäre Mutter und ihr Elternhaus zu rebellieren, schließt sich Aktivist*innen an und spürt schließlich dem Schicksal des innovativen jüdischen Verlegers Lew Kljatschko nach, der sich besonders um die Verbreitung russischer Literatur in Indien verdient gemacht hat.“
Eintritt 7/4€

Donnerstag, 25. November, 19.30 Uhr
Brotfabrik Berlin
Dirk Bernemann liest aus Schützenfest
„Gun­nar Bäu­mer hat mit Ende Zwan­zig die west­fä­li­sche Pro­vinz ver­las­sen, um nach Ber­lin zu zie­hen. Jetzt kehrt er für eine Woche in sein Eltern­haus zurück, um »das Haus zu hüten«. In die­sen Tagen fin­det auch das all­jähr­li­che Schüt­zen­fest statt, dem er sich eigent­lich ver­wei­gern woll­te, um zur Ruhe zu kom­men. Doch dar­aus wird nichts. Denn wie sich her­aus­stellt, kann er dem Fest – eines der Jah­res­high­lights des Ortes – nicht ent­kom­men.“
Eintritt 6/4€

Montag, 29. November, 19.30 Uhr
Literarisches Colloqium
Jo Lendle liest aus Eine Art Familie
„Jo Lendle ist 1968 geboren, sein Großonkel Ludwig Lendle verstarb 1969. Dieser hinterließ nicht nur ein umfangreiches, wissenschaftliches Werk über den Schlaf und die Narkose, sondern auch zahlreiche Briefe sowie einen Koffer mit Tagebüchern. Damit hatte der recherchierende Großneffe eine nahezu ideale Ausgangslage, um das Leben eines 1899 geborenen Wissenschaftlers in vielen Facetten zu erzählen.“
Eintritt 8/5€

Dienstag, 30. November, 19.30 Uhr
Literarisches Colloqium
Angelika Klüssendorf liest aus Vierunddreißigster September
„Hilde macht sich mit einem heftigen Beilhieb auf den Kopf ihres Mannes Walter nach vielen Jahrzehnten Ehe selbst zur Witwe. Der tote Walter wird nun sogleich zum aus dem Totenreich agierenden Erzähler befördert. Angelika Klüssendorf lässt durch ihn ein ganzes Panoptikum schriller Figuren vor ihren Leser·innen entstehen: den Säufer Heinrich, den einbeinigen Hans, den dicken Hubert, Bipolarchen, Eisenalex, die trans* Frau Gabriela und ihre Schildkröte Coco, eine Schriftstellerin und ihren gutaussehenden Partner.“
Eintritt 8/5€

Dienstag, 30. November, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Antje Rávik Strubel liest aus Blaue Frau
„Adina, aus einem tschechischen Gebirgsdorf stammend, kommt über Umwege nach Berlin. Dort wird sie Opfer eines sexuellen Übergriffs – doch niemand scheint ihr zu glauben. Rastlos flüchtet Adina daraufhin Richtung Norden, nach Helsinki, auch in ein inneres Exil.“
Eintritt 5/3€

Dienstag, 30. November, 20 Uhr
Club der polnischen Versager
Die Himmel über Berlin
Drei Berliner Schriftstellerinnen und ein Berliner Schriftsteller und ihre Perspektive auf das alte West – Berlin, den Prozess des Zusammenwachsens der beiden Teile der Stadt nach dem Mauerfall und das heutige Berlin.“ Mit Dorota Danielewicz, Tanja Dückers und Brygida Helbig.
Eintritt 5/3€