Berlin liest: Die besten Literatur-Events im September

Zückt die Stifte und holt den Kalender: Ich habe die randvolle Liste von Lesungen in Berlin für euch zusammengestellt!

Mittwoch, 1. September, 19 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Angela Lehner liest aus 2001
„Österreichisches Provinzidyll im Jahr 2001: Alles geht seinen gewohnten Gang. Julia und ihre „Crew“ werden an der Hauptschule zum sogenannten Restmüll gezählt und hoffen nicht mehr darauf, dass sich das ändert. Doch als ihr Geschichtslehrer die Teilnahme an einem politischen Experiment anordnet, gerät die festgezurrte Welt folgenschwer ins Wanken.“
Tickets 5€/3€

Mittwoch, 1. September, 19.30 Uhr
Literarisches Colloqium Berlin
Stoffe: Leben – Stadt – Körper
„Woraus besteht die Gegenwartsliteratur? Emma Becker, Iris Hanika und Thorsten Krämer im Gespräch mit David Wagner. Gemeinsam tasten die vier nach den Stoffen ihres Schreibens und sprechen über ihre Bücher. Für den musikalischen Rahmen des Abends sorgt This is HardChor mit Liedern, die vom Leben, von Städten und von Körpern singen.“
Tickets 8€/5€

Donnerstag, 2. bis Samstag, 4. September, diverse Zeiten
Literaturhaus Berlin (und online)
Deutsch-Israelische Literaturtage
„Krisen gibt es allerlei, und es gibt sie zur Genüge. Geändert hat sich nach den letzten Krisen wenig. Ganz im Gegenteil – stets zog es uns offenbar dorthin zurück, wie es vorher war. Wohin soll die Reise gehen? Und wie? Über diese Fragen und mehr diskutieren neun Autorinnen und Autoren bei den Deutsch-Israelischen Literaturtagen 2021 unter dem Titel „Alles auf Anfang?“
Tickets 7€/4€

Donnerstag, 2. September, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Svenja Leiber liest aus Kazimira
„Ein abgelegener Ort am Baltischen Meer, Ende 19. Jahrhundert. Antas ist einer der wichtigsten Arbeiter im Bernsteinwerk der Hirschbergs. Auch seine Frau Kazimira will dort arbeiten, aber muss sich um Haus und Kind kümmern. Mit dem Erfolg der Grube wachsen Neid und Missgunst. Zugleich werden Antisemitismus und Nationalismus im Kaiserreich laut.“
Tickets 5€/3€

Samstag, 4. September, ab 15 Uhr
Literarisches Colloqium
Sommerfest mit dem dtv Verlag
„2021 feiert das LCB den Sommer und die Literatur mit dem dtv Verlag und seinen Autorinnen und Autoren.“ Mit dabei sind unter anderem Mirna Funk, Alena Schröder, Lukas Rietzschel, Ingo Schulze und Helga Schubert.
Tickets 8€/5€

Montag, 6. September, 20 Uhr
Pfefferberg Theater
Axel Schulman liest aus Die Überlebenden
„Nach zwei Jahrzehnten kehren die Brüder Benjamin, Pierre und Nils zum Ort ihrer Kindheit – ein Holzhaus am See – zurück, um die Asche ihrer Mutter zu verstreuen. Eine Reise durch die raue, unberührte Natur wie auch durch die Zeit. Im Kampf um die Liebe der Mutter, die abweisend und grob, dann wieder beinahe zärtlich war, haben die Jungen sich damals aufgerieben bis zur Erschöpfung. Heute fühlen sie sich so weit voneinander entfernt, dass es kein Aufeinanderzu mehr zu geben scheint. Und doch ist da dieser Rest Hoffnung, den Riss in der Welt zu kitten, wenn sie sich noch einmal gemeinsam in die Vergangenheit vorwagen.“
Tickets 10€/AK 12€

Dienstag, 7. September, 19 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Dilek Güngör liest aus Vater und Ich
„Das Verhältnis zwischen Ipek und ihrem Vater ist bestimmt von Schweigen und Sprachlosigkeit. Wie ist es dazu gekommen? Die Journalistin Ipek ist Tochter eines sogenannten Gastarbeiters, der in den 1970er Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam und geblieben ist. Fragenstellen ist ihr Beruf, aber gegenüber ihrem Vater verstummt sie. Während eines Besuchs der Tochter im Elternhaus wagt sie einen neuen Annäherungsversuch.“
Tickets 5€/3€

Dienstag, 7. September, 20 Uhr
Pfefferberg Theater
Matthias Lohre liest aus Der kühnste Plan seit Menschengedenken
„Der Roman erzählt die Geschichte eines visionären, pazifistischen Ingenieurs, der angesichts der drohenden Gefahr eines zweiten Weltkriegs auf eine überaus „kühne“ Idee kam. Sein ebenso verrückter wie konkreter Plan faszinierte ab 1929 Architekten und Politiker in ganz Europa, und Herman Sörgel kämpfte, unterstützt von seiner jüdischen Frau Irene, gegen alle Skeptiker und gegen die Vereinnahmung durch die Nazis, für seine Idee der Weltrettung. Sehenden Auges setzten die beiden ihr Leben und ihre Liebe aufs Spiel.“
Tickets 10€/AK 12€

Mittwoch, 8. bis Samstag, 18. September
diverse Zeiten und Orte
21. internationales literaturfestival Berlin
Das Literaturfestival kann wie gewohnt im September stattfinden – geht aber in diesem Jahr wieder den hybriden Weg aus Offline- und Online-Veranstaltungen. Zu den Highlights im Programm gehören unter anderem die Lesungen von Helga Schubert, Leїla Slimani, Christian Kracht und Eva Menasse.
Tickets 10-18 Euro

Mittwoch, 8. September, 20 Uhr
Pfefferberg Theater
Christian Dittloff liest aus Niemehrzeit
„Die Eltern sterben binnen weniger Monate. Leben und Selbstbild des 35-jährigen Erzählers wirbeln durcheinander. Wie alles unter einen Hut bringen: Abschied, Arbeit, Liebe, Freundschaft und das Schreiben? Doch trotz der Überforderung sprudeln Rührung, Traurigkeit, Witz und großes Glück in ungeahnter Intensität. Christian Dittloff spürt dem Trauerjahr nach, verwebt bewegend, klug und humorvoll Autobiographisches, reflektierende Betrachtung und eine große Lust am Erzählen.“
Tickets 10€/AK 12€

Donnerstag, 9. September, 19.30 Uhr
Literarisches Colloqium
Gabriele Tergit: So war’s eben
„Nach dem überwältigenden Erfolg des Jahrhundertromans »Die Effingers« erscheint nun erstmals der Roman mit dem lapidaren Titel »So war’s eben«, der, so Nicole Henneberg in ihrem Nachwort „[…] alle ihre bisherigen Themen und Schreibweisen verknüpft: die schnellen, pointierten Dialoge mit dokumentarisch genauen Alltagsszenen wie in der Wirtschafts- und Gesellschaftssatire Käsebier erobert den Kurfürstendamm, die Schilderungen einzelner Typen, wie in ihren Gerichtsberichten und Feuilletons, und die fesselnden, atmosphärischen Darstellungen von Interieurs aus den Effingers.“
Tickets 8€/5€

Dienstag, 14. September, 19 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Das literarische Trio. Mit Ulrike Draesner
„Eine Kritikerin und ein Kritiker laden einen prominenten Gast ins Literaturforum ein, um über neu erschienene Romane und Erzählungen zu diskutieren und ihn über seine Lese- Erlebnisse zu befragen. Darüber hinaus geben die Gesprächspartner*innen kurze Empfehlungen zu den aufregendsten Büchern aus der laufenden Produktion. Diesmal mit dabei ist die Autorin Ulrike Draesner.“
Tickets 5€/3€

Dienstag, 14. September, 19.30 Uhr
Literarisches Colloqium
Hervé le Tellier liest aus Die Anomalie
„In Die Anomalie wird eine Boeing 787 auf ihrem Flug von Paris nach New York von einem elektromagnetischen Wirbelsturm erfasst – und landet mit den gleichen Personen an Bord nach drei Monaten ein zweites Mal in New York. Damit beginnt die abenteuerliche Frage, welche Figur echt ist, welche Doppelgänger·in und ob das überhaupt eine Rolle spielt.“
Tickets 8€/5€

Dienstag, 14. September, 20 Uhr
Pfefferberg Theater
Caroline Rosales liest aus Das Leben keiner Frau
„Melanies Fünfzigster ist ein rauschendes Fest. Sie lässt sich feiern, der Champagner fließt in Strömen, ein Flirt liegt in der Luft. Doch dann wendet sich das Blatt. Ihre erwachsene Tochter, die nie so werden wollte wie Mel selbst, ist gerne Hausfrau und will auf keinen Fall Karriere machen. Ja, und die Männer. Der Flirt, ein Kollege, redet im Büro schlecht über sie. Ihr Exmann wird Vater, bekommt mit seiner neuen Frau ein Kind. Das Kind, das er mit ihr nie wollte. Mel hat in ihrem Leben alles richtig gemacht. Bis auf die Dinge, die kolossal schiefgelaufen sind. Und heute ist sie nur noch wütend. Ein Buch über die Fallstricke der Emanzipation und den Fluch, alles zum ersten Mal zu machen.“
Tickets 11€/AK 13€

Freitag, 17. September, 19 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Dietmar Dath liest aus Gentzen oder: Betrunken aufräumen
„Wer war Gerhard Gentzen? Zusammen mit Laura und Jan begibt sich der Schriftsteller Dietmar auf die Spurensuche nach diesem weitgehend in Vergessenheit geratenen Pionier der Informatik und zugleich nach der Grundlage unseres heutigen Lebens: der schier unendlichen Rechenleistung der Computer.“
Tickets 5€/3€

Mittwoch, 22. September, 20 Uhr
Pfefferberg Theater
Lena Gorelik liest aus Wer wir sind
„Lena Gorelik reiste mit ihre Familie 1992 als jüdische Kontingentflüchtlinge nach Deutschland ein, auch der Antisemitismus in Russland hatte Anteil daran. Mit Fragen des jüdischen, deutschen Selbstverständnisses hat sie sich in ihren Büchern immer wieder auseinandergesetzt. Wie wichtig sind Herkunft, Glaube, Traditionen in einer Zeit vielfältiger, fluider Identitäten? In einer Gesellschaft, die von sich glaubt, religiöse wie nationale Bindungen würden verblassen und demnächst überwunden werden? Was geschieht, wenn neue Selbstbeschreibungen, fluide Identitäten auf traditionelle Werte, Glauben und Vorstellungen von Familie treffen?


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Tickets 13€/AK 15€

Donnerstag, 23. September, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Tomer Gardi liest aus Eine Runde Sache
„Der erste Teil, in Broken German verfasst, schildert die surreale Odyssee des Protagonisten mit einem Schäferhund und dem Erlkönig. Der zweite Teil, im Original auf Hebräisch geschrieben und in Übersetzung von Anne Birkenhauer vorliegend, handelt von dem indonesischen Maler Raden Saleh von Java, der im 19. Jahrhunderts bis nach Asien reist.“
Tickets 5€/3€

Montag, 27. September, 20 Uhr
Pfefferberg Theater
Daniela Krien liest aus Der Brand
„Rahel und Peter sind seit fast 30 Jahren verheiratet. Sie sind angekommen in ihrem Leben, sie schätzen und achten einander, haben zwei Kinder großgezogen. Erst leise und unbemerkt, dann mit einem großen Knall hat sich die Liebe aus ihrer Ehe verabschiedet. Ein Sommerurlaub soll bergen, was noch zwischen ihnen geblieben ist, und die Frage beantworten, wie und mit wem sie das Leben nach der Mitte verbringen wollen.“
Tickets 13€/AK 15€

Mittwoch, 29. September, 19.30 Uhr
Literarisches Colloqium
Yaa Gyasi liest aus Ein erhabenes Königreich
„Giftys Alltag, in dem sie als Neurowissenschaftlerin in einem Versuchslabor an Mäusen experimentiert, wird gestört, als ihre depressive Mutter mit einem Mal vor der Tür steht. Ihr Besuch weckt Erinnerungen an früher, vor allem an die Verluste, die beide zu verzeichnen haben: Die Mutter hat Ehemann und Sohn, Gifty hat Vater und Bruder verloren. Der eine ging aus den USA zurück nach Ghana, der andere starb an einer Überdosis.“
Tickets 8€/5€

Mittwoch, 29. September, 20 Uhr
Pfefferberg Theater
Jasmin Schreiber liest aus Der Mauersegler
„Menschen träumen vom Fliegen, wovon träumt ein Mauersegler? Vielleicht vom Fallen, so wie wir an der Grenze zwischen Wachsein und Schlaf. Im freien Fall befindet sich auch Prometheus, als sein bester Freund Jakob stirbt. Nach einer überstürzten Flucht vor Polizei, Familie und sich selbst schlägt er am dänischen Strand auf. Der Mauersegler erzählt von einem Mann, der unter seiner Schuld zu zerbrechen droht. Und von zwei Frauen, die wenig Fragen stellen – wie alle Menschen, die ihre eigenen Geheimnisse haben.“
Tickets 11€/AK 13€

Donnerstag, 30. September, 19 Uhr
Literaturhaus Berlin
Nataša Kramberger liest aus Verfluchte Misteln
„Ist Schreiben eine genau so harte Arbeit wie Gerste aussäen? Und wie übersteht man eine Polizeikontrolle in eisiger Nacht, vollkommen high von Baldriandämpfen, mit deren Hilfe man die Obstbäume vor dem Erfrieren retten wollte? Das sind nur einige der Fragen, die sich die Autorin in ihrem Roman über das Leben und Arbeiten auf dem Land stellt. Doch was einfach nur ein lustiges Buch über die Mühsal der Städterin mit Frost, bürokratischen Unbillen und übergescheiten Nachbarn sein könnte, ist zugleich ein wunderbarer Roman über Familie und Tradition.“
Tickets 7€/4€

Donnerstag, 30. September, 20 Uhr
Buchhändlerkeller
Hans-Ulrich Treichel liest aus Schöner denn je
„Einmal so wie Erik sein! Das hat sich Andreas immer gewünscht und von Jugend an um eine Freundschaft mit dem zwar stets höflichen und beneidenswert gelassenen, aber letztlich unnahbaren Erik gebuhlt. Doch Erik ist nicht nur der Bessere, was die Schulnoten, die Beliebtheit bei den Mädchen oder den Sport betrifft. Auch zwanzig Jahre später, als sie sich in Berlin zufällig begegnen, ist aus Andreas nur ein Romanist in der Lehrerfortbildung geworden, während Erik es als Filmarchitekt in die glamouröse Welt Hollywoods und in die Nähe bekannter Filmstars geschafft hat – zum Beispiel Hélènes, einer weltberühmten Schauspielerin, für die wiederum Andreas sein Leben lang geschwärmt hat.“ (Hier geht es zu meiner Besprechung)

Titelbild: Elisa Calvet B. / Unsplash