Berlin liest: Literatur-Highlights im Februar

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Wie schön es ist, wenn der Autor oder die Autorin aus ihrem eigenen Text vorliest! Im Februar gibt es wieder eine lange Liste guter Literatur-Veranstaltungen in Berlin.

Donnerstag, 1. Februar, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
„Die Antwort bist du selbst“ – Hermann Hesse in Briefen
„Als langjähriger Herausgeber unzähliger Hesse-Ausgaben steht Volker Michels, kenntnisreich wie kaum ein anderer Hesse-Fachmann, für einen einfühlsamen Zugang zum literarischen und brieflichen Werk Hesses. Derzeit bereitet er den nächsten Band, 1933-1939, der neu erscheinenden Briefausgabe vor, und so ist Hesse als Empfänger und Verfasser zehntausender Briefe auch das Thema seines Vortrags.“
Eintritt 6€/4€

Montag, 5. bis Freitag, 9. Februar
Literaturforum im Brecht-Haus
Brecht-Tage 2018
„Im Brechtnachlass finden sich nahezu fünfzig Stückfragmente, dennoch haben Forschung und Bühne eine Vorliebe für das vollendete Stück. Die Unterscheidung ist oft scharf: das ganze Werk auf der einen Seite, das Fragment auf der anderen. Kann sie aufrechterhalten werden? Ist das Fragmentarische, Unfertige nicht auch in Brechts vollendete Werke eingeschrieben und nicht auch genuiner Bestandteil der künstlerischen Verfahren?“
Der Eintritt zur Tagung am 9.2. ist frei, die Abendveranstaltungen kosten 5€/3€

Dienstag, 13. Februar, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Norman Oehler liest aus Die Gleichung des Lebens
„„Die Gleichung des Lebens“ ist ein historischer Roman, der im Jahr 1747 spielt. Friedrich II. will die Sumpfgebiete östlich von Berlin trockenlegen. Die nötigen Berechnungen soll der Mathematiker Leonhard Euler anstellen und wird dabei zum unfreiwilligen Ermittler im rätselhaften Mordfall an einem Ingenieur.“
Eintritt 5€/3€

Mittwoch, 14. Februar, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
„Es ist eine sehr seltsame Gefühlsmischung, die Sie erwecken.“ Der Briefwechsel zwischen Arthur Schnitzler und Alfred Kerr

„1894 lernen sich Alfred Schnitzler und Alfred Kerr kennen, zwei Jahre später beginnt die Korrespondenz zwischen dem für seine Skandalstücke bald berüchtigten Autor und dem für seine Schärfe gefürchteten und bewunderten Kritiker. Bis 1925 dauert der Briefwechsel an, gibt Auskunft über Freunde und Feinde, über Arbeitspläne und Theaterpremieren, über die lange Zeit enge Beziehung und das spätere Zerwürfnis.“ Ein Gespräch mit Herausgeberin Elgin Helmstaedt und Hanns Zischler, der aus dem Briefwechsel vorlesen wird.
Eintritt 5€/3€

Donnerstag, 15. Februar, 19.30 Uhr
Literarisches Colloquium Berlin
Arno Geiger liest aus Unter der Drachenwand
„Was kann es Besseres geben, als am Leben zu bleiben? Der Wiener Wehrmachtssoldat Veit Kolbe ist schwer verwundet, zu seiner Verblüffung aber nicht tot. Es ist das Jahr 1944, und Kolbe wird zur Genesung vom Dnjepr zuerst ins Saargebiet und dann an den österreichischen Mondsee geschickt, wo er zwei junge Frauen trifft, die genau wie er auf etwas anderes als den Krieg warten.“
Eintritt 8€/5€

Freitag, 16. Februar, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Michael Opitz liest aus „Wolfgang Hilbig. Eine Biographie“
Wolfgang Hilbig (u.a. Das Provisorium) gehört zu den wichtigsten Schriftstellern der Nachkriegsliteratur – und das, obwohl er als Enkel eines polnischen Analphabeten in einer Umgebung aufwuchs, die mit Bildung und schon gar mit Literatur nichts am Hut hatte. Michael Opitz hat die wechselhafte Geschichte des Autors – der übrigens viele Jahre mit Natascha Wodin verheiratet war, der Autorin von Sie kam aus Mariupol, einem der stärksten Bücher von 2017 – aufgeschrieben und stellt sie an diesem Abend vor.
Eintritt 5€/3€

Freitag, 16. Februar, 19.30 Uhr
Literarisches Colloquium Berlin
Havenrevue zum Dritten. Die Literaturszene zu Gast am Wannsee
„Berlins Literaturszene ist bunt, es herrscht ein Klima der Experimentierfreude, in dem sich literarische Veranstaltungsformate und Initiativen stets neu erfinden. Zahlreiche LiteraturveranstalterInnen der Stadt nutzen den Literaturport-Veranstaltungskalender und tragen ihre Events ein. 18 von ihnen werden sich an diesem Abend in freier Form auf verschiedenen Bühnen parallel im Haus präsentieren.
Eintritt 8€/5€

Dienstag, 20. Februar, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Marion Poschmann liest aus Die Kieferninseln
„Nachdem der unterbezahlte und überqualifizierte Geisteswissenschaftler und Bartforscher Gilbert Silvester davon geträumt hat, dass seine Frau ihn betrügt, beschließt er kurzerhand, sie zu verlassen und nimmt das erstbeste Flugzeug nach Japan. Dort möchte er, inspiriert von den Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Bashō, den Mond über den Kieferninseln sehen, ganz wie die alten Wandermönche. Doch es gelingt ihm nicht, seine innere Ruhe zu finden. Stattdessen lernt er den Studenten Yosa kennen, der mit einer ganz anderen Reiselektüre unterwegs ist: dem „Complete Manual of Suicide“.“
Eintritt 5€/3€

Donnerstag, 22. Februar, 20 Uhr
Akademie der Künste (Pariser Platz)
Dichtkunst und Politik. Heinrich Mann und die Akademie der Künste
„Seine Mitgliedschaft in der 1926 gegründeten Sektion für Dichtkunst der Preußischen Kunstakademie betrachtete Heinrich Mann als Verpflichtung, das öffentliche Leben der Weimarer Republik in demokratischem Sinn zu beeinflussen. Über sein Wirken, das Verhältnis von Geist und Tat und in den Jahren von 1926 bis 1929 entstandene Texte diskutieren die Herausgeberin des 4. Bandes der Kritischen Gesamtausgabe der Essays und Publizistik Heinrich Manns, Ariane Martin, der Herausgeber der Gesamtausgabe, Volker Riedel, und der Schriftsteller Gunnar Decker, Heinrich-Mann-Preisträger 2016.“
Eintritt 6€/4€

Dienstag, 27. Februar, 19.30 Uhr
Literarisches Colloquium Berlin
Monika Maron liest aus Munin oder Chaos im Kopf
„Im Mittelpunkt des Romans steht die Journalistin und Gelegenheitstexterin Mina Wolf. Sie opfert den Sommer, um einen Aufsatz über den Dreißigjährigen Krieg für die Festschrift einer Kleinstadt zu schreiben. Eine irre Nachbarin, die Tag für Tag lauthals auf ihrem Balkon singt, zwingt sie, nachts zu arbeiten. Die kleine, enge Straße gerät in Aufruhr und in Minas Kopf vermischen sich der Dreißigjährige Krieg, die täglichen Nachrichten über Gewalt und Terror mit der anschwellenden Aggression in der Nachbarschaft.“
Eintritt 8€/5€

Mittwoch, 28. Februar. 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Julia Schoch liest aus Schöne Seelen und Komplizen
„Eine Gruppe von Schülern eines Elitegymnasiums der DDR: Teils hängen sie subversiven Gedanken nach, teils steuern sie unbedarft einer sozialistischen Zukunft entgegen. Mit dem Mauerfall ändert sich ihr Leben schlagartig. Dreißig Jahre später ziehen die Schüler Bilanz. Hat sich ihr jeweiliger Freiheitstraum erfüllt?“
Eintritt 5€/3€

Mittwoch, 28. Februar, 20 Uhr
Akademie der Künste (Pariser Platz)
Friedrich Christian Delius liest aus Die Zukunft der Schönheit
„Am 1. Mai 1966 gerät ein junger Deutscher aus der hessischen Provinz in einen New Yorker Jazzclub. Es spielt der Saxophonist Albert Ayler. Befremdet und beschwingt von der unerhörten Musik, beginnt der junge Mann, das ganze unheilvolle Durcheinander der Gegenwart aus diesen Tönen herauszuhören, den Mord an Kennedy, den Vietnamkrieg, den Kampf der Schwarzen, die Studentenproteste. Gebannt von Aylers Improvisationskunst, begreift er in einem Assoziationstaumel die revolutionäre Energie, die in Wachheit und Wut steckt.“
Eintritt 6€/4€

Mittwoch, 28. Februar, 19.30 Uhr
Literarisches Colloquium Berlin
Hannes Köhler liest aus Ein mögliches Leben
„Seit dem Ende seiner Haft in einem texanischen Barackenlager 1944 hat Franz die Orte seiner Kriegsgefangenschaft nie wiedergesehen. Nun aber reist er mit seinem Enkel Martin nach Amerika, um sie aufzusuchen. Durch Gespräche mit Zeitzeugen und den Aufenthalt in den Lagerruinen findet Franz allmählich eine Sprache für die Erinnerungen, die sein ganzes Leben geprägt haben. So kann Martin auch seinem Großvater näherkommen und die Brüche erkennen, die sich durch die Geschichte seiner Familie ziehen.“
Eintritt 8€/5€

Foto: John-Mark Kuznietsov

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