Berlin liest: Literatur-Highlights im März

Literatur

Es ist der Monat der Leipziger Buchmesse und des exzessiven (Vor)lesens: Hier kommen die Literatur-Highlights für den März in Berlin!

Donnerstag, 1. März, 20 Uhr
Bibliothek am Wasserturm (Prenzlauer Berg)
André Kubiczek liest aus Komm‘ in den totgesagten Park und schau
„Deutschland in der Gegenwart: Die öffentliche Verwaltung knirscht, Autonome und Illegale besetzen immer mehr Nischen, Gemurmel von einer Revolution geht um. Halbwegs bürgerlich lebt Marek, Inhaber einer Unistelle, mit seiner Frau und deren Kindern aus erster Ehe. Als er mit der Schulleiterin einen Kleinkrieg anfängt und sein Kollege Veit handfest eingreift, nimmt die Eskalation ihren Lauf.“
Eintritt 8€/6€

Freitag, 2. März, 20 Uhr
Ocelot, not just another bookstore
Was ist jetzt? – 4 x Buchpremiere mit dem Verlagshaus Berlin
Das Verlagshaus Berlin ist zurück aus der Pause und legt mit einem fulminanten Programm wieder los! Was ist jetzt?, fragt das Verlagshaus Berlin mit seinem Frühjahrsprogramm und stellt es an diesem Abend vor – mit dabei sind Mikael Vogel, Crauss, Martin Piekar und Tobias Roth.
Eintritt 5€

Samstag, 3. März, ganztägig
Akademie der Künste
Tag der Archive
Anlässlich des bundesweiten „Tags der Archive“, der in diesem Jahr unter dem Motto „Demokratie und Bürgerrechte“ steht, gewährt auch das Archiv der Akademie der Künste einen Blick hinter seine Kulissen. Ein Höhepunkt für alle Freunde der Literatur ist natürlich der Einblick in das Literaturarchiv, durch das um 11.30 und um 13.30 Uhr Führungen angeboten werden. Aber auch die Führungen durch das Walter Benjamin Archiv oder – die Akademie umfasst schließlich einige Sparten – die Kunstsammlung und das Historische Archiv lohnen sich.
Eintritt frei, Anmeldung erbeten unter tda@adk.de

Montag, 5. März, 20 Uhr
Maschinenhaus in der Kulturbrauerei
Volker Weidermann liest aus „Träumer – Als die Dichter die Macht übernahmen“
„Wann gab es das schon einmal – eine Revolution, durch die die Dichter an die Macht gelangten? Von einem solchen Ereignis, der Münchner Räterepublik zwischen November 1918 und April 1919, erzählt der Autor, „Spiegel“-Journalist und Gastgeber des „Literarischen Quartetts“ Volker Weidermann (Jg. 1969) im Stil einer mitreißenden Reportage über die turbulenten, komischen und tragischen Wochen, die München, Bayern und Deutschland erschütterten.“
Vvk 10€ / Ak 12€

Montag, 5. März, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Rumänien entdecken. Mit Mara-Daria Cojocaru und Jan Koneffke
Rumänien ist Gastland der im März stattfindenden Leipziger Buchmesse und dementsprechend rückt die Literatur dieses Landes stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit. So auch an diesem Abend, an dem Mara-Daria Cojocaru und Jan Koneffke zu einer literarischen Entdeckungsreise einladen. „In ihren Texten nähern sie sich abseits jeglicher Osteuroparomantik und Klischees einem Raum an, mit dem sie aus unterschiedlichen Gründen verbunden sind.“
Eintritt 5€/3€

Dienstag, 6. März, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus

Wiedersehen mit Rumänien. Mit Dana Grigorcea, Frieder Schuller und William Totok
Gleich nochmal Rumänien: „Vor 100 Jahren, in der Folge des Ersten Weltkriegs, entstand das moderne Rumänien. Die aus Rumänien stammenden Autoren Dana Grigorcea, Frieder Schuller und William Totok blicken mit ihren Texten auf ein wechselvolles, von Hoffnung und Modernisierung, aber auch von Enttäuschungen und politischer Repression geprägtes Jahrhundert zurück. Wie europäisch ist Rumänien – und wie rumänisch Europa?“
Eintritt 5€/3€

Dienstag, 6. März, 20 Uhr
Ocelot, not just another bookstore
Mareicke Fallwickl liest aus Dunkelgrün fast Schwarz
Die Dame, die sich hinter dem Literaturblog Bücherwurmloch versteckt, hat einen fabelhaften Roman geschrieben, den sie an diesem Abend im Ocelot vorstellt: „Raffael, der Selbstbewusste mit dem entwaffnenden Lächeln, und Moritz, der Bumerang in Raffaels Hand: Seit ihrer ersten Begegnung als Kinder sind sie unzertrennlich, Raffael geht voran, Moritz folgt. Moritz und seine Mutter Marie sind Zugezogene in dem einsamen Bergdorf, über die Freundschaft der beiden sollte Marie sich eigentlich freuen. Doch sie erkennt das Zerstörerische, das hinter Raffaels stahlblauen Augen lauert.“
Eintritt frei

Dienstag, 6. März, 20 Uhr
Maschinenhaus in der Kulturbrauerei
Hannes Köhler liest aus Ein mögliches Leben
„Als Martins Großvater Franz den Wunsch äußert, noch einmal eine große Reise an die Orte seiner Gefangenschaft 1944 in Amerika zu unternehmen, lässt sich der Enkelsohn auf dieses Abenteuer ein. Eigentlich kennt der junge Mann den Großvater nur aus den bitteren Geschichten seiner Mutter. Doch unter der sengenden texanischen Sonne, zwischen den Ruinen der Barackenlager und durch die Begegnung mit den Zeugen der Vergangenheit werden in dem alten Mann die Kriegsjahre und die Zeit danach wieder lebendig. Und endlich findet er Worte für das, was sein Leben damals für immer verändert hatte.“
Vvk 10€/Ak 12€

Dienstag, 6. März, 20 Uhr
Georg-Büchner-Buchladen (Prenzlauer Berg)
Carl von Siemens liest aus Der Tempel der magischen Tiere
„Seit jeher begeben sich Schriftsteller auf Reisen, um das Natürliche, das Unverfälschte und das Ursprüngliche zu erfahren. Und um Antworten auf die Fragen des eigenen Lebens zu erhalten. Carl von Siemens, der Urururenkel des Firmengründers Werner von Siemens, folgt dieser Tradition. Bei seinen sinnlich und elegant erzählten Reisen stößt er nicht nur an die Enden der Welt vor. Sie werden auch zu Ausflügen in die Tiefen seiner Seele, die er mit pointierter Selbstironie erforscht.“
Vvk 10€/Ak 12€

Mittwoch, 7. März, 20 Uhr
Palais in der Kulturbrauerei
Adam Haslett Stellt euch vor, ich bin fort
„Eigentlich beginnt alles in den 1960er-Jahren in London, als die junge Amerikanerin Margaret erfährt, dass John, ihr Verlobter, nicht einfach verschwunden, sondern manisch-depressiv in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden ist. Vor die Wahl gestellt, entscheidet sie sich für ein Leben an seiner Seite, ein Leben mit seiner Krankheit. Was daraus folgt, ist die Geschichte einer Familie über zwei Generationen, die Geschichte einer erblichen bipolaren Störung und einer mal glanzvollen, aber häufiger noch prekären Existenz, durchzogen von den Spuren eines großen Verlusts.“
Vvk 10€/Ak 12€

Dienstag, 13. März, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Andreas Maier liest aus Die Universität
„Im Wintersemester 1988/ 1989 besucht der Frankfurter Philosophiestudent Seminare zur Wahrheitstheorie ebenso geflissentlich wie die einschlägigen Kneipen der Stadt, bis er sich verzweifelt-lethargisch beim Arzt wiederfindet. Es droht der völlige Verlust der eigenen Person. Ausgerechnet Gretel Adorno, die uralte Witwe des bekannten Philosophen, eine dominante Gestalt, wenn auch längst ein Pflegefall, hilft ihm aus seiner Misere.“
Eintritt 5€/3€

Dienstag, 13. März, 20 Uhr
Literarisches Colloquium Berlin
Esther Kinsky liest aus Hain.
„Noch bevor der Begriff des Nature Writing Einzug in die Feuilletons gehalten hat, schrieb Esther Kinsky über Landschaften. »Geländeroman« ist die Genrebezeichnung ihres neuen Romans. In »Hain« macht sich Kinsky in mehrfacher Hinsicht auf die Reise: Nach dem Tod des Geliebten fährt die Ich-Erzählerin nach Italien. Dort kommen Eindrücke von heute mit den Erinnerungen an den Toten und an die eigene Kindheit in Italien miteinander ins Gespräch.“

Dienstag, 13. März, 20 Uhr
Pfefferberg Theater
Peter Stamm liest aus Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt
Christoph verabredet sich in Stockholm mit der viel jüngeren Lena. Er erzählt ihr, dass er vor zwanzig Jahren eine Frau geliebt habe, die ihr ähnlich, ja, die ihr gleich war. Er kennt das Leben, das sie führt, und weiß, was ihr bevorsteht. So beginnt ein beispiellos wahrhaftiges Spiel der Vergangenheit mit der Gegenwart, aus dem keiner unbeschadet herausgehen wird.
Vvk 12€/Ak 14€

Dienstag, 13. März, 20 Uhr
Heinrich-Böll-Bibliothek (Prenzlauer Berg)
Jana Hensel liest aus Keinland
„Eigentlich hatte Nadja nur ein Interview mit Martin Stern führen wollen, aber von der ersten Sekunde an ist da eine schwer erklärbare Nähe – und eine Fremdheit, die sich auch dann nicht auflöst, als die beiden sich näherkommen. Nadja sagt ja zu dieser Liebe, an die Martin nicht recht glauben kann. Martin, der als Jude in Frankfurt am Main aufgewachsen ist, Deutschland aber nach der Wiedervereinigung verlassen hat, um nach Tel Aviv zu ziehen. Zu vieles liegt zwischen den beiden: biografische Erfahrungen, geografische Entfernung und eine Vergangenheit, die nicht nur mit den eigenen Lebensläufen zu tun hat.“
Eintritt 8€/6€

Mittwoch, 14. März, 20 Uhr
Palais in der Kulturbrauerei
Kristine Bilkau liest aus Eine Liebe, in Gedanken
„Hamburg, 1964. Antonia und Edgar teilen den Traum von einer Zukunft fern von ihrer Herkunft. Im Krieg geboren und mit Härte und Verdrängung aufgewachsen, wollen sie die Welt kennenlernen, anders leben und lieben als ihre Eltern. Edgar ergreift die Chance, für eine Firma ein Büro in Hongkong aufzubauen. Toni soll folgen. Doch nach einem Jahr der Vertröstungen löst sie die Verlobung. Sie will nicht mehr warten und hoffen, sondern endlich weiterleben und sich binden.“ Nach ihrem Debütroman Die Glücklichen präsentiert Kristine Bilkau ihren zweiten Roman.
Vvk 10€/Ak12€

Sonntag, 18. März, 11 Uhr
Berliner Ensemble
Bernhard Schlink liest aus Olga
„Die Geschichte der Liebe zwischen einer Frau, die gegen die Vorurteile ihrer Zeit kämpft, und einem Mann, der sich mit afrikanischen und arktischen Eskapaden an die Träume seiner Zeit von Größe und Macht verliert. Erst im Scheitern wird er mit der Realität konfrontiert – wie viele seines Volks und seiner Zeit. Die Frau bleibt ihm ihr Leben lang verbunden, in Gedanken, Briefen und einem großen Aufbegehren.“
Tickets 16€ (nur noch wenige verfügbar!)

Dienstag, 20. März, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Thomas B. Schumann stellt sein Buch „Deutsche Künstler im Exil“ vor
„Als Thomas B. Schumann 1995 den Verlag Edition Memoria gründete, wurde er bei publizistischen Recherchen auf die Arbeiten von Kunstschaffenden im Exil aufmerksam. Einen Einblick in seine von da an geführte Sammlung bietet nun der Band „Deutsche Künstler im Exil“. Es werden 71 bekannte und unbekannte bildende Künstlerinnen und Künstler vorgestellt – von etablierten Namen wie Max Beckmann, Oskar Kokoschka, George Grosz oder Max Ernst, bis zu unverdient in Vergessenheit Geratenen wie Eugen Spiro, Charlotte Berend-Corinth, Lotte Laserstein, Rudolf Levy oder Josef Scharl.“
Eintritt 5€/3€

Dienstag, 20. März, 20 Uhr
Palais in der Kulturbrauerei
Arno Geiger liest aus Unter der Drachenwand
„Veit Kolbe verbringt ein paar Monate am Mondsee, unter der Drachenwand, und trifft hier in Österreich auf zwei junge Frauen. Doch Veit ist Soldat auf Urlaub, in Russland verwundet. Was die drei miteinander teilen, ist die Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt. Es ist 1944 und der Weltkrieg verloren. Aber wie lange dauert er noch und wann kommt der nächste Einberufungsbefehl?“

Mittwoch, 28. März, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Noémi Kiss liest aus Dürre Engel
„Die Volksschullehrerin Lívia hat gerade erst einen Herzinfarkt überlebt. Jetzt wartet sie in einem Krankenhaus einer ungarischen Kleinstadt Ende der 80er Jahre auf ihren Prozess: Sie soll ihren Mann im Affekt erstochen haben. Im Zwiegespräch mit sich selbst setzt sie die Puzzleteile ihrer Vergangenheit zusammen, und es entsteht das Bild einer von Eifersucht, Kinderlosigkeit, verbaler und körperlicher Gewalt zerstörten Beziehung.“
Eintritt 5€/3€

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