Das illustr(iert)e Leben der Frida Kahlo

Frida Kahlo

Es gibt nur wenige Künstlerinnen, dieTräume und Enttäuschungen so gut ausdrücken konnten wie Frida Kahlo. María Hesse hat das Leben der Malerin illustriert zusammengefasst.



„Ich trank, um meinen Kummer zu ersäufen,
aber der Mistkerl hat schwimmen gelernt.“

Wie viel Schmerz, Enttäuschung und Leid kann ein einzelner Mensch ertragen? Frida Kahlo, die weltberühmte Malerin aus Mexiko, kannte sich gut damit aus: 1907 kommt sie mit zwei unterschiedlich langen Beinen und Rückenproblemen auf die Welt, wird 1925 als Jugendliche bei einem Verkehrsunfall von einer langen Eisenstange im Unterleib durchbohrt, was sie in den folgenden Jahren immer wieder ans Bett fesselt oder in ein Stahlkorsett zwingt. Sie heiratet Diego Riviera, mit dem sie eine starke Liebe verbindet – der ihr aber leider auch immer wieder fremd geht.

Um ihre überbordenden Emotionen zu kanalisieren, malt Frida, sie malt quasi um ihr Leben; bringt alle Tränen, die sie im echten Leben nicht weinen kann, mit Pinsel und Farbe zum Ausdruck. Weil Menschen gerne andere Menschen in Schubladen einsortierten, wird ihr Stil als surrealistisch beschrieben – doch male sie, das betont sie immer wieder, lediglich ihre eigene Lebenswelt.

Frida KahloAber zwischen dem, was faktisch nachweisbar ist und der persönlichen Version Frida Kahlos liegt nur eine hauchdünne Schicht. Diese feine Linie lässt auch María Hesse in ihrer illustrierten Biographie der Kahlo bestehen: „Dieses Buch erzählt weder Fridas tatsächliches Leben noch das von ihr erfundene. Vielmehr mischt es beide, weil ich glaube, dass manchmal das wirkliche Geschehen interessanter gewesen ist als die Fiktion; andere Male bleibe ich lieber bei Fridas eigener Wahrheit“, heißt es im Vorwort.

Überhaupt stehen nicht die biographischen Daten oder Anekdoten der Künstlerin im Vordergrund, sondern die ganz ausgezeichneten Illustrationen das Spanierin María Hesse (die ihren Künstlernamen übrigens aus Verehrung für Hermann Hesse wählte): Die Farbgebung wirkt reduziert und bedient sich doch der ganzen Palette, die Umrisse der Figuren sind scharf und gleichzeitig weichgezeichnet – und über allem liegt diese Prise aus feministischem Selbstbewusstsein, tiefer Verletzung und märchenhaften Phantasiegebilden, die Frida Kahlo uns in ihren Bildern hinterlassen hat. Dieses Buch möchte keine textlastige Biographie sein, sondern nähert sich der großen Kahlo von der Seite, über die sie sich selbst definierte: Die Kunst.

María Hesse
Frida Kahlo. Eine Biografie
Insel Verlag, 2018.
Gebunden, 143 Seiten, 20,-€
ISBN: 978-3-458-36347-7

 

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