„Fräulein Julia“ feiert Geburtstag!

Geburtstag

Hach, wie schnell die Kleinen doch groß werden! Das „Kulturjournal Fräulein Julia“ feiert in diesem Herbst den 12. Geburtstag – und für euch gibt es etwas zu gewinnen!

„Braucht die Welt wirklich einen weiteren Blog? Möchte ich mich tatsächlich einreihen in die Liga der vielen, vielen Menschen, die täglich alle Kleinigkeiten im Web publizieren? Hmm, offensichtlich ja. Einen klitzekleinen intellektuellen Hintergrund hat die ganze Prozedur dann aber doch: als freie Journalistin schreibe ich für mein Leben gerne, beobachte die Gesellschaft mit all ihren kuriosen Vorkommnissen, sammle Gedanken, Inspirationen und schräge Liebenswürdigkeiten. Warum diese Dinge nicht aufschreiben? Was gibt es neues aus den Mini-Metropolen Köln und Bonn zu berichten? Warum habe ich schon wieder eine wichtige Pressekonferenz verpasst, weil ich den Eingang nicht gefunden habe? Und was gibt es sonst noch spannendes zu berichten? Herzlich Willkommen in der kleinen (und verträumten) Welt des Fräulein Julia.“

Diese Worte – die in meinen Augen heute viel zu drollig klingen – stehen in meinem ersten Blogbeitrag, den ich Ende August 2008 veröffentlichte, damals noch auf der alten Blogspot-Seite. Ich hatte offensichtlich etwas zu sagen, denn in meinem Job als Redakteurin bei einem Stadtmagazin bekam ich tagtäglich Einladungen zu Ausstellungseröffnungen, Theaterpremieren, Kunstmessen und Lesungen. Da in der Redaktion, in der ich recht schnell zur „Kulturtante“ wurde, nur begrenzt Platz für Tipps dieser Art war, lagerte ich sie auf einen Blog aus. Denn verloren gehen sollten sie auch nicht, oder?

Geburtstag

Eines der alten Header-Bilder

In Köln war eine Menge los und ich kam mit dem Tippen gar nicht mehr hinterher; zeitweise erschienen drei bis vier Beiträge pro Woche auf meinem Blog – natürlich deutlich kürzer und weniger ausgefeilt als heute. Es gab nur wenige Blogs (das Konzept „Blog“ war sowieso noch nicht so alt) dieser Art in Köln und so sprach sich die Seite ziemlich schnell herum – sogar so weit, dass ich von fremden Menschen mit „Hallo Fräulein Julia!“ auf der Straße angesprochen wurde.

So sehr ich meine Heimatstadt liebe, so klar war aber auch: Ich muss zurück nach Berlin. 2005 hatte ich bereits ein paar Monate in der Stadt gelebt und mich bis über beide Ohren verknallt; was ich in dieser Zeit erlebte, erzählt euch mein „Berlin-Logbuch 2005“, das ich Anfang diesen Jahres auf vielfachen Wunsch (eigentlich war es nämlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt) hier veröffentlicht habe (und es sind noch einige Texte übrig). „Geh doch nach Berlin“ postete ein anderer Köln-Blogger mit einem Augenzwinkern und mit Bezug auf den damals aktuellen Hit von Angelika Express und dann sah ich auch schon den Kölner Dom im Rückspiegel und den Berliner Fernsehturm in der Windschutzscheibe.

dussmann

Das natürliche Habitat der Fräulein Julia

Das war 2010. Zehn Jahre später bin ich noch immer hier, habe Wurzeln geschlagen und mir eine Existenz als freie Journalistin aufgebaut, ein engmaschiges Netz aus Kontakten geknüpft und die Kunst- und Kulturwelt in all ihren Facetten kennengelernt. Mehrere Jahre als Online-Redakteurin bei einem Kunstmagazin in Kreuzberg prägten auch die Texte im „Kulturjournal Fräulein Julia“, aber mit der Zeit wurde klar: Die Literatur, die Literatur! Sie braucht definitiv mehr Platz auf dieser Seite.

Als Tochter eines Buchhändlers wurde ich ja zwischen Bücherschränken geboren (im übertragenen Sinne), meine Geburtsanzeige hatte die Form eines Waschzettels (das sind die Zettel mit den Presse-Informationen, die Rezensionsexemplaren beiliegen) und meine Altbauwohnung in Prenzlauer Berg quoll über vor Büchern. Warum ich lese heißt eine 2016  von Sandro Abbate (Novelero) initiierte Publikation, in der auch ein Text von mir enthalten ist.

Noch immer lese ich fast ununterbrochen, vielleicht nicht mehr als früher, dafür ziemlich sicher viel stärker „aktuell“, eingebunden in den Literaturszenen-Rhythmus von Frühjahr und Herbst und die dazugehörigen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt. Was wir da so treiben, steht in meinen Messe-Logbüchern. Ziemlich sicher schreibe ich auch viel häufiger über Bücher (mit Schwerpunkt auf Literatur aus Berlin), wurde Teil der Blogger-Jury des Blogbuster-Preis 2020 und gehöre diesen Herbst zu den Buchpreisbloggern des Deutschen Buchpreis. Außerdem bin ich nominiert für den Buchblog Award – bis zum 8. September könnt ihr noch für „Fräulein Julia“ abstimmen.

Geburtstag

12 Jahre! Ich möchte darauf mit euch anstoßen, virtuell natürlich, denn feuchtfröhliche Zusammenkünfte mit vielen Leuten sind in diesem Jahr ja irgendwie nicht so en vogue… Und deshalb gibt es etwas zu gewinnen, nämlich mein Patenbuch als Buchpreisbloggerin: Der letzte Satz von Robert Seethaler. Was ihr dafür tun müsst?


Ich möchte so gerne wissen: Wer liest hier eigentlich mit? Wer kennt „Fräulein Julia“ schon länger – und warum schaut ihr immer wieder auf dieser Seite vorbei? Was lest ihr am liebsten? Oder alternativ: Welcher Roman sollte in diesem Jahr den Deutschen Buchpreis gewinnen?

Hinterlasst mir einen Kommentar bis Sonntag, 6. September, 22 Uhr – und ihr seid im Lostopf für ein Exemplar von Robert Seethalers Der letzte Satz!
(Bitte die gültige Email-Adresse nicht vergessen!)

Gewonnen hat – per Zufallszahl ausgewählt – Kommentar Nummer 7 und der kommt von Christiane Dörre! Herzlichen Glückwunsch!


 

Und psst: In den kommenden Wochen könnt ihr auch auf den Blogs der anderen Buchpreisblogger*innen das jeweilige Patenbuch gewinnen – es lohnt sich also, dort regelmäßig vorbeizuschauen!

13 Kommentare

Kommentare sind geschlossen.