¡Hola Barcelona!: Eixample

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Wie gut, dass diese Stadt so sauber ist: in Berlin wäre ich schon längst in einen Hundehaufen getreten. Denn bei all den wunderschönen Jugendstilfassaden im Viertel Eixample in Barcelona schaue ich überall hin – nur nicht auf den Weg vor mir.

Schon bei meiner Ankunft am Plaça de la Universitat und dem kurzen Weg zu der WG, in der ich eine Woche wohnen würde, hatte ich Herzchen in den Augen. Wie schön das alles wirkte, diese Mischung aus schmiedeeisernen Balkonen, überlebensgroßen Eingangstüren, bunten Glasmosaiken in ausladenden Wintergärten der Bel Etage! (Das war kurz bevor mir im Café mein Rucksack mit allen Wertsachen geklaut wurde…)

Doch ist diese Stadt nicht eigentlich viel älter und „organisch gewachsen“, fragte ich mich? Diese im perfekten rechten Winkel aufeinander aufbauenden Straßenzüge sehen ja eher aus, wie akribisch auf dem Reißbrett geplant. Was ja auch stimmt, wie ich kurze Zeit später erfuhr. In der Mitte des 19. Jahrhunderts zeichnete sich langsam aber sicher ab: Das Barcelona, wie man es kennt – enge Gassen, hohe Häuser und alles umgeben von einer Stadtmauer – wird auf lange Sicht viel zu eng für all diese Menschen sein, die hier leben und in Zukunft leben wollen.

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Weshalb man etwas tat, was man in dieser Stadt eigentlich ungern tut: man plante eine Erweiterung. (Heutzutage sind die Grenzen der Stadt festgelegt und werden sich auch nicht mehr erweitern, erfuhr ich bei einer Stadtführung). Ein wahres Fest muss das gewesen sein für die Architekten des „Modernisme“, die Ende des 19. Jahrhunderts gerade so richtig in Fahrt kamen!

Auf den weitläufigen Boulevards wie dem bekannten „Passeig de Gracia“ (hier stehen unter anderem die wundervollen Häuser „Casa Míla“ und die „Casa Battlo„) konnten sie sich so richtig austoben und die Prachtbauten mit reichen Verzierungen und überbordender Verschnörkelung überziehen – weshalb heute mancher Straßenzug wie mit Zuckerguss übergossen aussieht. Auch die weltberühmte Kathedrale Sagrada Familia von Antoni Gaudi, an der sich Architekten bis heute die Zähne ausbeißen, um sie fertig zu stellen, steht im Viertel Eixample.

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Zwischen den Grenzen des Viertels kann man prima mit der Metro hin- und herfahren. Aber natürlich lohnt es sich ganz besonders, einfach durch die Straßen zu spazieren und die zahlreichen architektonischen Details zu entdecken. Wer Kaffeedurst hat, bestellt sich einen Café con leche z.B. im Granja Petitbo, wo es außerdem gemütliche Sofas, Sonnenflecken und frischen Kuchen gibt.

Meine Erfahrungen mit Barcelona sind zwiespältig – doch schon allein wegen dem ganzen „Modernisme“ werde ich wieder dorthin fahren!

Für die kleine Pause und einen "Caffe con leche": Das Granja Petitbo

Für die kleine Pause und einen „Caffe con leche“: Das Granja Petitbo

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