„Next Generation“: Das israelisch-deutsche Festival

Israelisch

Deutschland und Israel, Israel und Deutschland – das war und ist keine leichte Beziehung. Wie das in Zukunft aussehen könnte, lotet das ID Festival in Berlin aus.

Vielleicht liegt es in erster Linie an der Offenheit und den scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten Berlins, dass in den letzten Jahren immer mehr Israelis ihre Heimat verlassen und sich an der Spree ein neues Zuhause suchen, vielleicht aber auch daran: Deutschland und Israel blicken auf eine gemeinsame Geschichte zurück, die man unter keinen Umständen vergessen sollte. Doch wie kann und soll die kommende Generation mit dieser umgehen?

Das ID Festival, das vom 12. bis 18. Oktober in Berlin stattfindet – in Kooperation mit dem English Theatre, dem International Performing Arts Centre, der WABE e.V. und dem Radialsystem – hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, diese Frage anzugehen. Unterteilt ist das Programm in die Formate „next generation: artists“, „next generation: formats“ und „next generation: issues“ und beinhaltet neben einer Ausstellung verschiedene Konzerte, Diskussionen, Theater und sogar ein Ballett.

Der feministische Nussknacker

Warum kommen so viele Isrealis nach Deutschland – „ist es wirklich das Land, in dem Milch und Honig fließen?“, fragt z.B. das English Theatre, welches am 14. Oktober mit Regisseur Daniel Brunet und drei Performer*innen das Stück „The Land of Milk(y) and Honey? Israelis in Berlin“ vorstellt. Musikalisch wird es mit Kai Schumacher, der am 12. Oktober am Klavier sitzt und dort unter dem Titel „Piano Combo I – Transcriptions“ Klassiker der 90er Jahre – nein, keine klassische Musik, sondern Nirvana, Rage against the Machine und Soundgarden – zum Besten gibt. Immer mit der Frage im Hinterkopf: Was ist geblieben von der jugendlichen Rebellion von damals, dem „Fuck you I won’t do what you tell me?“

Hinter dem Titel „Sprich leise, wenn du Liebe sagst“ versteckt sich ein Kabarett-Abend mit Liebesliedern, die Komponist Kurt Weill für seine Frau Lotte Lenya, eine Sängerin, geschrieben hat – auch Fragmente aus ihren Liebesbriefen werden an diesem Abend des 18. Oktobers vorgelesen. Und ein unanfechtbares Highlight des Festivals ist die „Cinderella Ballet Suite“ von Alma Deutscher – die sie mit 8 Jahren schrieb! – die für das Festival in die passende Musik integriert wurde und mit Tschaikovskys „Nussknacker“ zusammen am 13. und 14. Oktober unter dem Titel „Cinderella. Nutcracker“ von der Kinder Ballett Kompanie Berlin aufgeführt wird.

Wer Lust hat, kulturell mal wieder über den Tellerrand zu schauen und sich Experimenten hinzugeben, macht mit dem ID Festival alles richtig, würde ich sagen. Es findet wie bereits erwähnt vom 12.-18. Oktober an verschiedenen Orten in Berlin statt; ein Festivalticket für alle Veranstaltungen kostet 65€ (ermäßigt 28€), einzelne Tickets kosten zwischen 10-18€.

AUßERDEM: Aus Anlass meines Blog-Geburtstags verlose ich im Laufe der Woche Tickets für zwei Festival-Veranstaltungen – welche, erfahrt ihr bald an dieser Stelle!

// Dieser Text enthält Werbung, da ich das Festival nicht nur aus vollem Herzen empfehle, sondern demnächst auch Tickets verlose //

Foto: Bureau Hoyer/Johanna Ruebel

1 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

I agree