Raus aus Berlin… nach Buckow

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So schön es in Berlin ist: Manchmal muss man die Stadt verlassen. In loser Folge stelle ich euch künftig Tipps für einen Ausflug ins Umland vor! Den Anfang macht: Buckow.

Nein, ich meine nicht den Stadtteil Buckow in Neukölln, damit würden wir Berlin ja nicht verlassen. Ich spreche vom Städtchen Buckow in der Märkischen Schweiz, rund 60 Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt entfernt. Die Entschleunigung, die man allgemein bei einem Ausflug nach Brandenburg erfährt, „erfährt“ man sich hier im wahrsten Sinne des Wortes: Mit dem Auto gondelt man den Großteil der Strecke entlang von Wildblumen gesäumter Felder, durch Alleen und Kreisverkehre. Das Handy gibt dann auch irgendwann auf und sagt nur noch: Edge, mehr ist nicht drin, Madame!

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Rund 1.600 Menschen wohnen heutzutage hier, das ist gar nicht so viel mehr als zur Zeit der Slawen, die vermutlich im 9. Jahrhundert hier siedelten und dem Ort ihren Namen gaben (Buckow heißt so viel wie Buchenaue). Im 13. Jahrhundert überließ der damalige Erzbischof – er hieß Rudolf – den Mönchen des nahegelegenen Klosters Leubus das Gelände, sie mussten dafür die Ortschaft „Monafeberg“ abgeben (die gibt’s heute auch noch, nennt sich mittlerweile Müncheberg). Zum ersten Mal findet sich zu der Zeit der Name Buckow in den Chroniken wieder. Über die Jahrhunderte wechselten die Herrscher immer wieder, man reichte sich das Dörfchen von Hand zu Hand, die Bewohner lebten derweil vom Hopfenanbau und Bierbrauen und bauten kleine eingeschössige Häuschen, die noch heute dort stehen.

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In Buckow ist es angenehm ruhig, der Schermützelsee glitzert türkisgrün zwischen den bewaldeten Ufern und über allem liegt ein Hauch Tiefenentspannung. Das wussten auch Helene Weigel und Bert Brecht zu schätzen, die sich hier 1952 in einer ruhigen Seitenstraße ein Sommerhaus kauften. Ein Großteil der Buckower Elegien soll hier entstanden sein, das macht ja auch allein dem Namen nach schon Sinn. Wer nach Buckow fährt, sollte sich also keinesfalls einen Besuch im lichtdurchfluteten Atelier des großen Dichters entgehen lassen! Neben der Dauerausstellung im Haus finden hier regelmäßig Lesungen, Diskussionen und andere Veranstaltungen statt, mit denen man sich Bert und seiner Literatur nähern kann.

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Das pittoreske Häuschen ist außerdem ein guter Ausgangspunkt für eine Wanderung um den Schermützelsee, die rund 7,5 Kilometer lang ist, aber aufgrund ihrer ebenen Wege relativ unkompliziert zu begehen ist. Es gibt nur wenige Badestellen, aber der Blick auf das oben bereits erwähnte satte Türkis des Wassers macht das Ganze auch ohne nasse Füße wett. Im Sommer bitte unbedingt Mückenspray mitnehmen – oder ganz schnell laufen, damit die Biester nicht hinterherkommen! Kurz bevor man wieder bei Brecht und Weigel angelangt ist, kann man eine Pause im Strandbad einlegen, die Mückenstiche kühlen oder an der Imbissbude die obligatorische Pommes mit Mayo futtern. Vielleicht noch ein echter brandenburgischer Kaffe dazu?

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Anfahrt: Entweder mit dem Auto z.B. über die B1/5 Abzweig Strausberg und über Hohenstein, Bollersdorf nach Buckow (Märkische Schweiz) oder mit dem RB26 von Berlin-Ostkreuz nach Müncheberg. Von dort fährt der Bus 928 bis Buckow. Tipp im Sommer: Von Mai bis Oktober pendelt die „Buckower Kleinbahn“ zwischen Müncheberg und Buckow!

Essen & Trinken: Für guten Kaffee und Kuchen empfehle ich das Café lokal. (Kaiserstraße 4) oder den Naturkontor Buckow (Am Markt 8), in letzterem kann man z.B. auch lokalen Honig kaufen.

Was man dort machen kann: Wanderung rund um den Schermützelsee (ca. 7,5 km), Startpunkt z.B. ab Brecht-Weigel-Haus. Schwimmen im Strandbad Schermützelsee. Rundfahrt über den See mit einem dem ältesten Fahrgastschiffe der Welt, der MS Scherri .

Diesen Ausflug findet ihr so ähnlich übrigens in meinem Buch „Raus ins Grüne Berlin. Entdecken, Ausspannen, Genießen“, welches im Bruckmann Verlag erschienen ist.

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