Server-Crash: Was passiert ist und wie es mit „Fräulein Julia“ jetzt weitergeht

Fräulein Julia

Ich hatte mir nicht viel dabei gedacht: Als ich Anfang Dezember meinen Blog anklickte, traf ich auf eine blütenweiße Seite. Doch es kam dicke. 

„The White Screen of Death“ und ich, wir kennen uns schon: Wann immer WordPress ein Update raushaut (was ich meistens aussitze, bis es von selbst in Kraft tritt), kann es passieren, dass eines meiner Plugins nicht zur neuen Version passt und die Seite kurz lahmlegt. Ein bisschen Gefrickel hinter den Kulissen und es ist meistens wieder gut. Diesmal nicht.

„Irgendwie komme ich nicht an die Datenbank dran“, flüsterte der Mann, den ich in solchen Notfällen zu Rate ziehe – mein Herz begann wild zu klopfen. „Du hast deine Texte nicht außerhalb von WordPress gesichert!“, hämmerte es lautstark in meinem Kopf und ich begann zu schwitzen. Was, wenn…? Am nächsten Tag fand ich einen Brief von meiner Bank im Briefkasten: Der Dauerauftrag für meine Domain- und Serverkosten konnte nicht ausgeführt werden, weil das dazugehörige Konto des Empfängers aufgelöst worden sei.

Fräulein Julia

Wenn der Host klammheimlich pleite geht

Ich stürmte zum Computer, befragte Google und stellte entsetzt fest: 5hosting, denen ich seit über drei Jahren all meine Daten anvertraut hatte, war bereits im Oktober klammheimlich insolvent gegangen. Infolgedessen – vielleicht, weil keine Mitarbeiter mehr da waren – brachen die Server zusammen und rissen die Datenbanken mit in den Tod. Man spielte angeblich ein Backup von Mai ein – aber alles ab diesem Zeitpunkt sei wohl verloren, hieß es in einer knappen Erklärung. Jetzt fing ich wirklich an zu schwitzen. Mein Blog, mein Baby, meine Texte!

Diesmal erwies es sich absurderweise als wundervoll, dass meine Seite im Frühjahr 2017 gehackt worden war. Um die ungebetenen Gäste zu entfernen, hatten wir alles einmal runtergeladen, es Mitte Juni noch einmal wiederholt. Als es hieß: „Es tut mir wirklich leid, aber deine Texte ab Juni sind wohl weg“, haute ich erst vor Wut auf den Tisch und fing dann an zu heulen. WAS FÜR EINE SCHEISSE! Ein kurzer Blick allein auf meinen Rezensions-Plan zeigte mir: VIERZIG Rezensionen (von allen anderen Texten nicht zu sprechen) fielen in diese Zeit. Alles weg.

Ich übte mich in diesen Tagen sehr stark im Loslassen. „Es sind doch nur Texte, du kannst sie neu schreiben“, wiederholte ich wie ein Mantra in meinem Kopf, aber es half nur teilweise. Die ganze Arbeit, die Ideen, die Wortspielereien – die würde ich doch nicht einfach wiederholen können?

Fräulein Julia

Einen Monat später ist meine Seite wieder unter den Lebenden. Als ein weiterer Freund, der sich hauptberuflich mit diesen Dingen beschäftigt, es schaffte, dass alle Texte bis zum Server-Crash (und das sind über 800) in meiner mittlerweile auf einen anderen Server umgezogenen Domain auftauchen, heulte ich nochmal – diesmal vor Freude. In den Tagen, in denen ich auch damit rechnen musste, dass ALLES weg ist, habe ich gemerkt: In diesem Blog steckt nicht nur viel Arbeit, sondern noch mehr Herzblut. Ich habe ihn in der Zeit sehr vermisst.

Das „Kulturjournal Fräulein Julia“ ist wieder erreichbar – um Texte von einem halben Jahr ärmer, aber immerhin wieder erreichbar! Vieles ist beim Alten geblieben, manches ist neu und etwas ist wieder da, wenn auch anders: Im Rahmen meines Blog-Geburtstags kam der Wunsch auf, ich solle doch die Wochenendtipps für Berlin wieder aufleben lassen – zeitlich schaffe ich das nicht, werde es aber auf Monatstipps ausweiten! In Zukunft lest ihr bei mir nicht nur die gewohnten Rezensionen zu aktuellen Neuerscheinungen, sondern auch Zusammenstellungen meiner Lieblingsbücher zu einem Thema sowie Interviews rund um die Lieblingsbücher anderer Blogger. Außerdem könnt ihr mit mir gemeinsam auf Entdeckertour gehen und meine Herzensstadt Berlin und die weitläufige Umgebung entdecken.

In diesem Sinne: Ich freu mich, wieder da zu sein!

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