#WasWäreWenn – ich ein Mann wäre und keine Frau?

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Man stellt sich ja hin und wieder ein paar existenzielle Fragen. Doch „Was wäre, wenn ich ein Mann wäre und keine Frau“? Auf sowas wäre ich von alleine nicht gekommen. Aber Fee hat mich getagged – und mich ins Grübeln gebracht.

Was wäre anders in deinem Leben, wenn du ein Mann wärst?
Mein erster Gedanke zu dieser Frage: Ich könnte im Stehen pinkeln. Eine sicherlich sehr praktische Angelegenheit, wenn man unterwegs und das nächste öffentliche Örtchen weit entfernt ist! Ich müsste mich nicht mit so nervigen Dingen wie PMS, Menstruationsbeschwerden und hormoneller Verhütung (und den diversen Nebenwirkungen) beschäftigen. Möglicherweise wäre es mir egal, dass meine Frisur am Montagmorgen so überhaupt nicht sitzt – vielleich hätte ich nämlich kaum noch Haare. Mein Name wäre nicht Julia, sondern Maximilian, sagt meine Mutter. Vielleicht hätte ich nicht Geisteswissenschaften studiert, sondern etwas „handfestes“ und nun einen adäquat bezahlten Job als Ingenieur – aber ehrlich gesagt möchte ich mein Leben als Frau nicht gegen diese Dinge eintauschen.

Was tust du nur deshalb, weil du eine Frau bist?
Vor einigen Jahren empfahl mir meine damalige Chefin das Buch „Spiele mit der Macht. Wie Frauen sich durchsetzen“ von Marion Knaths, in der es um immer wiederkehrende Fallen im Berufsleben geht. Ich fühlte mich ertappt: War es nicht so, dass ich in Personalgesprächen immer züchtig die Beine übereinanderschlug und freundlich lächelte? Völlig falsch, war die Autorin überzeugt. Ich versuchte von da an, mich männlicher zu verhalten: Fläzte mich – genau wie mein Auftraggeber – in den Stuhl und setzte eine abgeklärte Miene auf. Und siehe da: Es wirkte!

Welche Dinge lässt du lieber, weil du eine Frau bist?
Im Stehen pinkeln. Nachts alleine durch menschenleere und berüchtigte Gegenden spazieren, da wabert dann doch die Angst vor Überfall und Vergewaltigung durch. Neidisch bin ich auf meinen Mann, der mir die schönsten Stories aus seiner Jugendzeit erzählt, als er per Anhalter quer durch Europa gefahren ist: Das ist als Frau alleine für mich einfach nicht drin. Eigentlich ein unlogischer Gedanke, denn ich bin bereits zweimal alleine durch Indien gereist!

waswaerewenn_2Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?
Rosa für die Mädchen, Blau für die Jungs – dieses Klischee ist absolut veraltet und nervig. Ich möchte auch nicht mehr Geld für einen Rasierer ausgeben müssen, nur weil auf diesen rosa Blümchen aufgedruckt sind (ist aber Fakt: Rasierer für Männer sind günstiger!). Dass Frauen noch immer als das schwächere Geschlecht gelten, das es zu beschützen gilt – darüber sollten wir auch dringend mal wieder sprechen. Wenn überhaupt, sind Männer genauso schwach und beschützenswert – sie zeigen ihre Schwächen nur ungern.
Und wie auch Fee schreibt: Dass Frauen ab ca. Mitte/Ende 20 im Prinzip (wenn auch nicht offen ausgesprochen) ungern eingestellt werden, weil sie ja „bestimmt bald schon mit dem Babykriegen anfangen“, macht mich wütend. Zum Glück gibt es in meinem Umfeld immer mehr Männer, die nach der Geburt ihres Kindes länger in Elternzeit gehen, die „Gefahr“ gleicht sich also nach und nach aus und ist dann hoffentlich bald passé.

In welcher Situation ist es von Vorteil, zur Gruppe der Frauen zu gehören?
Das Klischee stimmt: Ich bin ziemlich gut im Multitasking. Mit Mama telefonieren, dabei E-Mails checken und Kaffee kochen? Gar kein Problem! Auch sonst sehe ich viele Vorteile darin, eine Frau zu sein (wobei ich ja gar nicht weiß, wie es sich als Mann anfühlt). Wir sind in vielen Fällen mitfühlender und liebevoller, können uns leichter in andere Personen und deren Gefühle hineinversetzen. Ich habe kein Problem damit in der Öffentlichkeit zu weinen, wenn es die Umstände mit sich bringen. Und hey, seien wir ehrlich: Wir haben den schöneren Körper, oder?

Gibt es Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt?
Ehrlich gesagt gibt es für mich – oder in meiner Wahrnehmung – viel mehr Situationen, in denen das Geschlecht KEINE Rolle spielt. In meinem Büro, in meinem Freundeskreis und in meiner Beziehung sind Männlein und Weiblein absolut gleichberechtigt, sogar die Bezahlung der Kollegen ist identisch mit meinem Gehalt. Das ist natürlich nicht immer so und vor allem nicht überall – da müssen wir Damen wohl noch ganz schön kämpfen!

Wie es sich für ein Blogstöckchen gehört, gebe ich es weiter: „#WasWäreWenn – ich ein Mann wäre und keine Frau?“ frage ich das Frühe Vogerl, Live.Love.Readdaklue und bezirzt. Natürlich dürfen auch alle anderen gerne mitmachen bei diesem interessanten Gedankenexperiment!

Kategorie Allgemein

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