Zu Besuch im… Naturkundemuseum

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Lust auf einen außergewöhnlichen Ausflug? Kommt mit, ich zeige euch ein paar Orte, bei denen sich ein Besuch lohnt! Den Beginnt macht: Das Naturkundemuseum Berlin.

Diese Vielfalt der Natur! Wer sich dafür interessiert, wie der Mensch sich im laufe der Jahrtausende entwickelt hat, wie groß die Artenvielfalt im Tierreich ist und wie das Planetensystem zusammenspielt, für den ist ein Besuch im Berliner Naturkundemuseum Pflicht. Aktuell etwas versteckt in den wirren einer Großbaustelle auf der Invalidenstraße steht das prachtvolle, 1889 erbaute Gebäude, an dessen Fassade noch nach all den Jahren Kriegsschäden zu sehen sind. Die Sammlungen, die sich darin befinden, sind sogar noch älter und gehen auf die Gründung der Universität „Unter den Linden“ 1810 zurück.

Hinter den stattlichen Eingangstüren, bei denen auch eine Riese seinen Kopf nicht einziehen müsste, versteckt sich eine Welt, die Kinderaugen größer werden und die Herzen verkappter Naturforscher höher schlagen lässt. Der Blick schnellt sofort in die Höhe: bis unter das gläserne Dach des Museums ragt der Kopf des gigantischen Dinosaurierskeletts – es ist ein Brachiosaurus. Was hätte ich als 10-jährige (Plastikdinosaurier waren meine große Leidenschaft) darum gegeben, diese Ansammlung von 250 Tonnen Knochen live zu sehen!

Vorbei an der umfangreichen, glitzernden Mineraliensammlung tritt man ein in eine Darstellung des Sonnensystems. Anders als die Kästen der Edelsteine, die mit verschiedenen Staubschichten leicht antiquiert wirken, sind die Planeten up to date: Pluto, dem aufgrund seiner geringen Größe 2006 der Status als Planet aberkannt wurde, ist nicht mehr aufgeführt (und der hübsche Merksatz „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten“ somit leider ungültig).

Neben einer Vielzahl an ausgestopften Tieren, von der altbekannten Stockente bis zum Zesel, die einen ganzen Raum einnehmen, ist das Museum seit kurzem um eine Attraktion reicher: Die Nasssammlung. Wer den riesigen gekühlten Raum betritt, dem läuft wahrscheinlich erstmal ein kalter Schauer den Rücken hinunter: In einem abgeschlossenen, schwach beleuchteten Raum füllen abertausende „eingelegte“ Tiere die Regalreihen. Schlangen, Fische und andere eher glitschige Tiere wurden und werden hier seit vielen Jahren sorgsam beschriftet aufbewahrt. Ds Ganze wirkt wie ein Leichenschauhaus für Amphibien und Reptilien jeglicher Couleur, es ist faszinierend und gruselig zugleich. Mutter Natur, wer hätte gedacht, dass du so faszinierend sein kannst?

Das Naturkundemuseum in Berlin ist Dienstag bis Freitag von 9.30 bis 18 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6€, ermäßigt 3,50€.

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